In Vorbereitung des 2. Bloggertreffens auf der Jahreskonferenz des Rates für Nachhaltige Entwicklung hat Christoph Harrach von KarmaKonsum einen Blogkarneval initiiert, um Fragen, Anregungen und Antworten zu sammeln und an die Ratsmitglieder mitzubringen. futurestrategy wird an dem Bloggertreffen teilnehmen und beantwortet im folgenden die Fragen, die auch auf der Konferenz zu den großen Themen gehören werden. (Foto: Christoph Harrach)

Welche Themen sollten auf der Agenda der globalen Nachhaltigkeitspolitik stehen?
Wie kann die große Transformation einer nicht-nachhaltigen Gesellschaft in eine nachhaltige Gesellschaft innerhalb eines begrenzten Zeitfensters gelingen? In unserer Gesellschaft liegt das Potential der “Veränderungsbereiten” ungefähr bei 5%, maximal 10%. Wie können die anderen 90% von einer nachhaltigen Entwicklung überzeugt werden? Durch eine Ordnungspolitik (Gesetzte, Verbote), durch eine nachhaltige Steuerpolitik (Abbau von umweltschädlichen Subventionen, etc.)? Wer soll diese Politik umsetzen? Die jetzige Regierung plakatiert (quantitatives) Wachstum = Wohlstand und betreibt eine Symbolpolitik (siehe Energiewende) und streicht z.B. den Radverkehrsetat um 50%)? Wie läßt sich diese Transformation global umsetzen? Wir haben weder eine Weltregierung, noch sind sich die Länder einig, was getan werden muß. Wir bräuchten eine globale Umweltorganisation (ähnlich zur UN), die mit Durchsetzungs- und Sanktionsbefugnissen ausgestattet ist.

Welche Akteure werden Ihrer Ansicht nach das Thema nachhaltiges Wirtschaften (Green Economy) in den nächsten zehn Jahren hauptsächlich vorantreiben?
Unserer Auffasung nach werden es die Bürger (Verbraucher) und die Nicht-Regierungsorganisationen sein, die den Druck auf die Unternehmen und auf die Politik erhöhen müssen, um so die Transformation voranzutreiben.

Welche Allianzen müssten aus Ihrer Sicht gestärkt oder neu geschmiedet werden?
Nicht-Regierungsorganisationen müssen stärker mit der Wirtschaft kooperieren. Aber sie dürfen sich nicht vereinnehmen lassen, sondern müssen dafür Sorge tragen, das die Maßnahmen, die gemeinsam entwickelt wurden, den Kriterien der Nachhaltigen Entwicklung entsprechen. Sie müssen professioneller werden und auch Wirtschaft besser verstehen lernen. Die Unternehmen müssen ein echtes Interesse daran zeigen, Ihre Geschäftsmodelle auf Nachhaltigkeit umzubauen. Die Konsumenten müßten mit den Nicht-Regierungsorganisationen und den Unternehmen, die es ernst mit dem nachhaltigen Umbau meinen, eine Allianz schmieden und den Druck auf nicht-nachhaltige Unternehmen und auf die Politik wesentlich erhöhen.

Weiter Infos zum Bloggertreffen hier.

 

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