Carbon Bubble2

Der Londoner NGO Carbon Tracker Initiative hat eine bemerkenswerte Studie zum Thema „Carbon Bubble“ erstellt. Wenn die Menschheit die durch den Klimawandel bedingte Erwärmung der Erde auf 2˚C begrenzen will darf sie nur noch eine bestimmte Menge an Treibhausgasen emittieren. Man spricht vom sogenannten Carbon Budget. Von 2000 bis 2050 standen der Welt insgesamt 886 GtCO2 zur Verfügung. Über ein Drittel davon ist schon aufgebraucht, so dass das restliche Budget nur noch 565 GtCO2 beträgt. Allerdings schlummern in der Erde noch Öl-, Kohle- und Gasvorkommen, die bei Verbrennung über 2.795 GtCO2 emittieren würden. 2012 haben die 200 größten Energieunternehmen zusammen über 674 Milliarden Dollar für das Aufspüren und die Exploration der Vorkommen ausgegeben (Die ZEIT Nr.8, 2014). Einen Teil des Wertes der in der Erde noch vorhandenen fossilen Energieträgern steht aber bereits in den Büchern der großen Energieunternehmen. Sollte die Menschheit an dem 2˚Grad-Ziel festhalten wollen, müßte irgendwann die Politik eine weitere Verbrennung verbieten. Die Folge wäre, dass die Konzerne ihre projektierten Werte aus fossilen Energieträgern abschreiben müßten und das könnte zu einem Marktverlust von bis zu 60 Prozent führen.
Da auch viele Pensionfonds und andere Anleger in Aktien von Energieunternehmen angelegt sind, hätte das katastrophale Folgen für die gesamte Finanzwirtschaft und am Ende würde auch der gemeine Rentner um seine Pension bangen müssen. Die spannende Frage lautet: Wann platzt die Blase oder läßt die Menschheit die fossilen Klimakiller komplett frei, mit der Konsequenz, dass die Erde sich weit über 2˚C noch in diesem Jahrhundert aufheizt?

Die Studie kann hier runtergeladen werden.

Carbon Bubble

©Grafiken Carbon Tracker Initiative

 

2 Responses to Risiko am Finanzmarkt: Die Carbon Blase

  1. […] Fördermengen in den nächsten Jahrzehnten. An dieser Stelle hatten wir von der sogenannten Carbon Bubble schon berichtet. Wer wlll die schon platzen lassen? Bleiben wir beim 2 Grad-Ziel. Auch hier ist […]

  2. […] dieser Stelle hatte wir schon über die sogenante Carbon Bubble der Carbon Tracker Initiative berichtet. Jetzt legt eine Studie des European Systemic Risk Board […]