Skizzenhafte Perfektion

Das Schweizer Kaufhaus Globus (www.globus.ch), das 13 Filialen zwischen Basel und Locarno betreibt, hat in diesem Jahr ein übergeordnetes Organic Label eingeführt. Es umfasst neben Lingerie, Kinderbekleidung, Damen- und Herrenmode sowie Heimtextilien auch das Segment Delicatessa. Hier hatte das Unternehmen bereits zuvor mit Bio-Unternehmen zusammengearbeitet, nun ist die Produktpalette erweitert und durch das einheitliche Design klar gekennzeichnet. Ob Säfte, Wein, Pasta, Milchprodukte, Gemüse, Trüffel, Räucherfisch, Fleischwaren – elegante, puristische Etiketten in Schwarzweiß sorgen für eine eindeutige visuelle Klammer. Ihre Gestaltung erinnert zum einen an japanische Pinselzeichnungen, zum anderen an mediterrane Formen, wie sie etwa Picasso auf seiner Keramik verwendet hat – mühelos dahinskizziert. So entsteht eine unverwechselbare Formensprache, von der sich sowohl Ästheten als auch Leute, die in der Küche einfach gerne improvisieren, sehr angesprochen fühlen dürften. (na)
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0712 Kollektives Grunzen

Schokolade ist in den letzten Jahren eine sehr ernste Angelegenheit geworden. Selbst die Discounter sind auf den Plantagen-Edel-Kakao-Trip gekommen, samt dem Chili-Pfeffer-Zutaten-Zwang, selbstredend sinnlich verpackt in Braun-Beige-Gold-Tönen mit Kakaobohnen-Zoom. Das volle Kontrastprogramm ist dagegen Fat Pig Chocolate (www.fatpigchocolate.com). „Wenn Du noch kein fettes Schwein bist, wirst Du es nach nur einer Tafel sein“, so die grunzende Website. Die pure Milchschokolade aus ökologischer Produktion ist als pinkes Quadrat verpackt, mit einer abstrakten Schweine-Schnauze vorne drauf. Für Leute mit Sinn für Selbstironie, die eher der Pop-Kultur als dem Gourmet-Getue zugeneigt sind, ein gefundenes Fressen. Auf der Website können sie zudem Fotos von sich mit der Verpackung vor der Nase hochladen und sich so in die bekennende Schweine-Community einreihen. (na)
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0612 Lebensmittelerziehung

Man weiß ja um die Wichtigkeit von Informationen als Entscheidungsgrundlage für die Konsumenten. Je mehr Information zur Verfügung stehen, desto aufgeklärter die Konsumenten, desto besser können sie auf Basis dieser Infomationen die richtigen Entscheidungen treffen. Das gilt ganz besonders für die Lebensmittel. Nun haben wir gesehen, wie mächtig die Lebensmittelindustrie-Lobby ist, die nicht unbedingt ein Interesse an aufgeklärten Konsumenten hat. Nur so läßt sich erklären, dass die EU die Ampelkennzeichung hat fallen lassen. Jetzt ist dank neuer innovativer Dienstleistungsangebote der Konsument den Lobby´s und den EU-Behörden nicht mehr hilflos ausgesetzt. Mit fooducate – eat a bit better steht eine smartphone-Application zur Verfügung, die am Point of Sale im Supermarkt über eine Art Barcodescanning den Konsumenten mit wichtigen und verständlichen Informationen versorgt und durch eine Bewertungshilfe eine Entscheidungsgrundlage schafft, ob ein Produkt gut für einen ist oder ob man es lieber im Regal stehen läßt. Das Design der App ist ansprechend und ein Blog rundet den Informationsservice gelungen ab. Einziger großer Nachteil dieser wunderbaren Erfindung. Die Application ist nur für amerikanische Supermärkte (fooducate.com). (fs)
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0512 Aufblas-Sofa

Ein Polstermöbel ganz ohne Polster stellt die polnische Firma Malafor (www.malafor.com) her: statt Schaumstoff oder anderes Füllmaterial steckt in den Kissen aus festen, wasserresistenten Recycling-Papiersäcken nichts als Luft – und die bläst man einfach selbst hinein. Zusammengehalten wird dieses minimalistische „Blow Sofa“ von einem klappbaren Metallgestell und Gummibändern. Auf diese Weise kann es als flaches, leichtes Paket mühelos verschickt oder beim Umzug mitgenommen werden. In aufgeblasenem Zustand ist es 180 cm breit und 90 cm hoch. Nicht nur für moderne Nomaden, sondern auch als temporäre Sitzgelegenheit für Partys und Galerien oder als Luxus-Picnic-Sofa bestens geeignet. Wenn die Kissen irgendwann zu schmuddelig sind, kann man sie einzeln nachbestellen. (na)
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0412 Pam Schriever

Es gibt ja nicht viele Produzenten von Eco-Fashion oder Eco-Accessoires in Berlin. Jetzt haben wir wieder jemanden entdeckt, den wir kurz vorstellen möchten. Die Designerin Pam Schriever entwirft und produziert unter gleichnamigen Label Taschen und Accessoires mit Sorgfalt und Hingabe und von höchster Qualität. Dabei ist Qualität für sie – neben der Langlebigkeit ihrer Produkte – auch die Achtung vor den Menschen, die am Herstellungsprozess beteiligt sind und der bewusste Umgang mit den knapper werdenden Ressourcen der Natur. Kleine Manufakturen aus Deutschland stellen die Taschen her. Bei der Materialauswahl verfolgt die Designerin einen konsequenten Anspruch: Es werden bevorzugt natürliche, hochwertige und ökologische Materialien wie Wollfilz, Bio-Baumwolle und pflanzlich gegerbtes Leder, die aus Betrieben in Deutschland bezogen werden, eingesetzt. Das Eco-Fashion-Produkte keinen kurzlebigen Modetrends nachrennen sollten, versteht sich eigentlich von selbst, ist aber nicht unbedingt selbstverständlich in der Szene. Pam Schriever jedenfalls setzt lieber ihr Interesse für Materialien, Mode, Design und Architektur ein, um Kollektionen zu entwickeln. Die hochwertigen Produkte sind im eigenen Webshop unter http://pamschriever.com zu beziehen. (fs)
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0312 Edler Eigenbedarf

Andrea Elisabeth Rudolph wurde sich bei einem Greepeace-Test darüber klar, wie viel chemische Substanzen sie über herkömmliche Kosmetik in ihr Blut aufgenommen hatte. Ihre Reaktion war radikal: sie beschloss ein eigenes Öko-Kosmetiklabel zu gründen. Rudolph Care (www.rudolphcare.com) enthält keine Parabene oder Silicone und ist nicht an Tieren getestet. Es ist mit dem Nordic Ecolabel und dem französischen Ecocert versehen. Zusätzlich verzichtet das Unternehmen auf die 26 potenziell allergenen Duftstoffe, die laut des dänischen Umweltministeriums und der EU vermieden werden sollten.
Der wichtigste Inhaltstoff der Kosmetiklinie ist Acai, eine brasilianische Frucht. Die Firma bezieht sie von einer Fabrik, die vom Forest Stewardship Council zertifiziert ist und nennt sie die „super fruit for modern beauty“, was offenbar nicht völlig aus der Luft gegriffen ist. Das Gesichtsöl wurde in diesem Jahr beim Danish Beauty-Award zum Green Product of the Year gekürt. Das Verpackungsdesign zeichnet sich durch elegante Formate und eine feinsinnige, vielfältige Typografie aus, die die Produkte eindeutig im Luxussegment verankern. na (na)
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0212 Super Store-Concept

Das Second-Hand-Geschäfte nicht nach Humana aussehen müssen, beweist das trendige Pass the Baton aus Japan, dass mit 2 stylischen Läden in Tokyo für Furore sorgt. Interessant scheint die Philosophie dahinter: Gebrauchte Gegenstände haben eine Geschichte, die sie mit ihren Vorbesitzern erlebt haben. Diese Geschichten werden weitergegeben (“pass the baton”) an die neuen Besitzer. So wird das Bewusstsein für Dinge geschärft, mit denen wir uns täglich umgeben. Dann schmeißt man sie auch nicht einfach achtlos weg, sondern pflegt sie,bis man sie bei Nichtgebrauch wieder weitergibt. Pass the Personal Culture. New Recycle. (pass-the-baton.com). (fs)
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0112 Lichtzeichen

Bis September 2012 sollen alle Glühlampen vom Markt verschwunden sein. Am 1.9.2010 wurde ein weiterer Schritt des Glühlampenausstiegs eingeleitet. Glühlampen mit einer Leistung von mehr als 75 Watt dürfen seit dem 1. September nicht länger in den Verkauf gebracht werden. Die energiesparende Alternative sind Energiesparlampen. Doch wohin mit der Energiesparlampe nach dem Gebrauch? Laut Elektro- und Elektronikgerätegesetz (ElektroG) sind die Hersteller von Energiesparlampen verpflichtet, die in Umlauf gebrachten Lampen zurück zu nehmen und zu verwerten. Bisher geben allerdings nur wenige Privathaushalte ihre alte Energiesparlampe in den Recycling-Kreislauf zurück - meist aus Unkenntnis, wo sie ihre Energiesparlampen abgeben können bzw. wozu sie sie recyceln lassen sollten. Durch das Sammeln und Verwerten der zurückgegebenen Lampen wird allerdings sichergestellt, dass wertvolle Bestandteile, wie Glas und Metall, nicht verloren gehen und die Schadstoffe, die in geringen Mengen enthalten sind, fachgerecht entsorgt werden. Die jeweiligen Rücknahmestellen in der Umgebung können leicht identifiziert werden, indem die jeweilige Postleitzahl in die Suchfunktion unter www.lichtzeichen.de/sammelstellen eingegeben wird. (fs)





