Am Sonntag trauten wir unseren Augen nicht. Eine 3-seitige Farbanzeige in der FAS zum Thema Nachhaltigkeit der Deutschen Telekom. Unter dem Motto „Millionen fangen an“ (www.millionen-fangen-an.de) bewirbt der Telekommunikationsriese eine Nachhaltigkeitsoffensive der besonderen Art. Auszug aus der Anzeige: „Wir können Musik aus dem Internet runterladen, statt uns CDs zu kaufen. Das spart kostbare Energie und Ressourcen und reduziert die CO2-Emissionen, die bei der Herstellung und beim Transport von CDs anfallen“. Hallo? So dreist ist ja noch nie im Namen der Nachhaltigkeit für eine olle Kamelle geworben worden. Musicload (der Online-Musik-Service der Telekom) ist jetzt ein Produkt der grünen Bewegung? Fast noch unverschämter ist die Aufforderung, sich jetzt doch die Telekom-Rechnungen online nach Hause schicken zu lassen, um Papier zu sparen. Das ist zwar richtig, aber das uns als Nachaltigkeitsoffensive zu verkaufen, ist unfassbar.
So dreist ein Greenwashing zu betreiben, kann eigentlich nur ein Großkonzern. Das kommt heraus, wenn eine schlaue Werbeagentur auf eine ebenso schlaue Marketing-Abteilung trifft, die mal eben 160.000 Euro(!) für eine Anzeige ausgeben kann. Da kann man nur aufrufen: Spart die ganzen Telefongeräte der Telekom aus Plastik, den Versand der Rechnungen, erspart Euch die Telekom und skyped!

 

0 Responses to Greenwashing in einer neuen Dimension

  1. Sebastian sagt:

    Ich halte auch nichts von der Kampagne. Und ich kann es inzwischen nicht mehr hören. Alle retten die Welt und irgendwie will jeder sowieso der Erste gewesen sein. Unternehmen sollten sich ihre umfangreichen Mediabudgets für die Kommunikation ihrer grünen Seite lieber sparen und anstelle dessen in richtige Projekte investieren. Damit wäre allen mehr geholfen…