futurestrategy ist der Gesellschaft für Nachhaltige Ökonomie (gfn-online.de) als Mitglied beigetreten, die aus der Initiative für Neue Umweltökonomie an der FHW und der Initiative Neues Umweltrecht der Forschungsgemeinschaft FAGUS an der TU Berlin hervorgegangen ist.
Die GfN hält eine konsequente Nachhaltigkeitspolitik für dringend geboten. Ausgangspunkt hierfür ist die Überzeugung, dass die derzeitige Entwicklungs- und Wirtschaftsweise der Menschheit nicht zukunftsfähig ist.
So wird eine nachhaltige Entwicklung wie folgt definiert:
“Eine nachhaltige Entwicklung strebt neben der internationalen Gerechtigkeit für heutige und künftige Generationen hohe ökologische, ökonomische und sozial-kulturelle Standards im Rahmen der Tragfähigkeit der Umwelt an.“
Die GfN hat 12 zentrale Punkte formuliert (nach Prof. Dr. Rogall), wie zukünftiges Leben und Wirtschaften in einer Nachhaltigen Ökonomie aussehen kann:

1. Starke Nachhaltigkeit: Die derzeitige Entwicklung der Menschheit wird als nicht zukunftsfähig betrachtet, ökologische Ökonomen sehen daher die Notwendigkeit eines neuen Leitbilds und bekennen sich zu einer Position der starken Nachhaltigkeit.
2. Die Wirtschaft ist ein Subsystem der Natur: Wirtschaft wird als ein Subsystem eines umfassenden ökologischen Systems angesehen und damit die natürliche Tragfähigkeit als Grenze für wirtschaftliche Tätigkeiten akzeptiert.
3. Pluralistischer Ansatz: Die ökologischen Ökonomen fühlen sich einem Methodenpluralismus verpflichtet, grenzen sich aber von bestimmten Aussagen der neoklassischen Ökonomie ab.
4. Bisheriges Wachstumsparadigma muss geändert werden: Ein exponentielles Wachstum der Inanspruchnahme natürlicher Ressourcen über Jahrtausende kann es nicht geben. Damit wird langfristig auch die Stabilisierung (bzw. Senkung) des Güter- und Ressourcenverbrauchs zur notwendigen Bedingung einer nachhaltigen Entwicklung.
5. Eine nachhaltige Entwicklung beruht auf ethischen Grundlagen: Die entwickelte Lehrmeinung der ökologischen Ökonomie erfolgt auf der Grundlage von ethischen Überzeugungen: Eine rein ökonomisch fundierte Analyse wird als zu einseitig abgelehnt.
6. Transdisziplinärer Ansatz: Die ökologische Ökonomie will über die rein ökonomische Betrachtungsweise hinausgehen und die ökonomischen Prozesse im Rahmen eines sozial-ökologischen Zusammenhanges unter Berücksichtigung der Wechselbeziehung zwischen Menschen und der übrigen Natur analysieren.
7. Notwendigkeit neuer Messsysteme für die Lebensqualität: Anders als die traditionelle Ökonomie, die Lebensqualität und Wohlstand (gemessen am BIP pro Kopf) gleichsetzt, benötigt eine nachhaltige Entwicklung neue Systeme zur Messung der Lebensqualität.
8. Anerkennung wichtiger Prinzipien: u.a. des Vorsorgeprinzips und der Prinzipien einer partizipativen Demokratie und Rechtsstaatlichkeit.
9. Notwendigkeit der Änderung der Rahmenbedingungen mittels politisch-rechtlicher Instrumente: Mit Hilfe politisch-rechtlicher Instrumente sollen die Rahmenbedingungen so verändert werden, dass umweltbewusstes Verhalten für Konsumenten und Produzenten vorteilhafter wird, als sich so zu verhalten wie bisher. Hierzu wird der Standard-Preis-Ansatz und der Ansatz der meritorischen Güter verwendet.
10. Der Pro-Kopf-Ressourcenverbrauch der Industrieländer und die Bevölkerungszunahme der Entwicklungsländer müssen gebremst werden.
11. Verantwortung der Industrieländer für internationale Gerechtigkeit, globale Nachhaltigkeit und faire Handelsbeziehungen.
12. Sozial-ökologische Markt- oder Gemischtwirtschaft: Ökologische Ökoomen lehnen eine reine Marktwirtschaft ebenso ab wie zentrale Verwaltungswirtungswirtschaften, weil sie davon überzeugt sind, dass nur marktwirtschaftliche Systeme mit einem sozial-ökologischen Ordnungsrahmen zukunftsfähig sind.

 

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