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Professorin Lucia Reisch machte es ja schon auf der letzten Utopiakonferenz deutlich. Wir unterschätzen geringe und überschätzen große Risiken. Wir sind zwar das am besten versicherte Volk auf Erden, aber laut einer neulich durchgeführten Umfrage des Spiegels sehen nur noch 42% der Deutschen den Klimawandel als Bedrohung (vor 4 Jahren waren es immerhin noch 62%). Woran liegt das? Am langen Winter, der uns unmittelbar das Gefühl vermittelt hat, das es wieder kälter auf unserem Planeten geworden ist (obwohl global betrachtet die Erderwärmung eindeutig weiter vorangeschritten ist). Liegt es an den zahlreichen negativen Medienberichten über den Klimabericht des Klimarats IPCC, die eine ganze Branche in Verruf gebracht haben, obwohl „nur“ 3 Seiten (zugebenerweise unentschuldbar) des über 2600 Seiten umfassenden Berichts fehlerhaft waren, an dem über 1000(!) Wissenschaftler beteiligt waren. Jetzt haben auch noch 29 Professoren unter der Leitung von Professor Clemens Fuest vom Finanzwissenschaftlichen Institut der Universität Köln in einem Gutachten dem Bundesfinanzministerium geraten, zukünftig stärker den Fokus auf eine „Klimaanpassung“ zu lenken, weil die nationale und internationale Klimapolitik gescheitert ist. Ihr Hauptargument: Wer die Treibhausgasemissionen „einseitig“ reduziert und damit das Klima schützt, trägt dafür allein die Kosten, den Nutzen hat aber die ganze Welt.
Dann kann ja die zynische Vision eines Jeansproduzenten war werden, dass wir ruhig weitermachen sollten wie bisher und auf die Veränderungen einfach mit noch mehr Konsum reagieren. Was schert uns der Rest der Welt, der vor die Hunde gehen wird. Für die grüne Bewegung, die tagtäglich für eine bessere Welt kämpft und sich engagiert eine schallende Ohrfeige. Halten wir die andere Wange auch hin oder schlagen wir zurück?

 

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