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Und die Macht ist bei der Atomindustrie. So deutlich hat sich kaum ein wirtschaftlicher Interessenverband gegen die Politik durchgesetzt wie jetzt beim vorliegendem Energiekonzept der Bundesregierung. Der jahrzehntelange, hart umkämpfte Atomausstieg ist wieder rückgängig gemacht worden. Die Aktienkurse der Energieriesen sind gleich nach oben geschnellt, die Aktionäre sind begeistert, die Millionenprämien für die Vorstände sind gebongt und die Monopolstellung ist über Jahrzehnte gesichert. Den Berechnungen des Ökoinstituts zufolge können die Betreiber E.on, RWE, EnBW und Vattenfall (auf Grundlage des Geldwertes von 2010) mehr als 94 Milliarden Euro zusätzliche Gewinne einstreichen – wenn der Strompreis moderat ansteigt. Merkwürdig erscheint da die Passage aus dem Energiekonzept der Bundesregierung, die da sagt, dass es auch in Zukunft ein wichtiges Ziel sei, die LIBERALISIERUNG des Strommarktes fortzusetzen und den WETTBEWERB weiter zu stärken. Hallo? Beherrschen die Konzerne nicht 80% des Strommarktes. In der grünen Bewegung, die für eine nachhaltige Umgestaltung unserer Wirtschaft und für eine nachhaltige Gesellschaft kämpft, macht sich Fassungslosigkeit breit.
So hält der Vorstand der Gesellschaft für Nachhaltigkeit (GfN) das von der Bundesregierung beschlossene Energiekonzept für ein falsches Signal. „Statt alle politische Kraft auf die Effizienzsteigerung und den Ausbau erneuerbarer Energien zu legen, wird mit dem Konzept die Entwicklung einer nachhaltigen Energiepolitik verlangsamt. Das ist weder ökonomisch sinnvoll noch ökologisch verantwortbar.“ erklärte der Vorsitzende der GfN Prof. Dr. Holger Rogall.
Vorerst können wir nur eine Handlungsempfehlung aussprechen. Wechselt Euren Stromlieferanten (oekostromanbieter.org).

 

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