netzwerk_ressourceneffizienz

Anfang Oktober fand eine spannende Fachkonferenz (http://www.netzwerk-ressourceneffizienz.de/to_join/maress_grosskonferenz) mit hochkarätigen Referenten zum Thema Ressourceneffizienz in Berlin statt. Hauptorganisator war das Wuppertaler Institut für Klima, Umwelt und Energie. Die Bundespolitik wurde von Umweltminister Röttgen vertreten. Es hat sich wieder einmal gezeigt: Politik ist der Unterschied zwischen Reden und Handeln. Der Minister hat einen engagierten und intelligenten Vortrag gehalten, auf das an seine Grenzen stossende, ressourcenverbrauchende Wachstumparadigma auf einem endlichen Planeten hingewiesen. Die Politik, das Handeln sieht mit dem vorliegenden Energiekonzept oder einem Wachstumsbeschleunigungsgesetz vollkommen konträr dazu aus. Entweder ist der Minister Röttgen in der falschen Partei, die die falsche Politik betreibt oder er ist eben einfach nur ein Politiker, der gute Reden halten kann, aber nicht danach handelt. Die Wissenschaft wurde von Prof. Dr. Miegel (Autor des lesenswerten Buches EXIT) vertreten, der einen charismatischen Vortrag über das Wachstumsparadigma der Industrienationen gehalten hat. Zu lösen wird das Problem nur sein, wenn wir einen kulturellen Diskurs darüber führen, wie wir als Menschen auf diesem Planeten in Zukunft leben wollen. Wie ist Wohlstand definiert, welches Wertesystem werden wir zukünftig in den Gesellschaften präferieren, verstehen wir Menschen uns nach wie vor als Herrscher über die Natur oder als integraler Bestandteil dieser? Sehr enttäuschend dagegen war der Vortrag des Vertreters der Wirtschaft Dr. Schnappauf, Hauptgeschäftsführer des BDI, der sich gegenüber seinen Vorredner als den Pragmatiker inszenierte. In seiner relativ belanglosen Rede wies er explizit auf die stark energie- und ressourcenverbrauchenden Industrien des Maschinenbaus, der Elektro- und Metallbranche hin, die ja Ihren Anteil an einer nachhaltigen Entwicklung mit dem Bau z.B. von Windkrafträdern leisten. Das die deutsche Industrie weltweit führend in Umwelttechnologie ist, ist unbeschritten und erfreulich, es kann aber auch nicht darüber hinwegtäuschen, das erstens viele Nationen (allem voran China und die USA) schon bald Anschluss an den noch vorhandenen Vorsprung Deutschlands finden werden (aufgrund hoher Investitionsbereitschaft und Innovationswillen) und zweitens, das ein Großteil der deutschen Wirtschaft das Thema Nachhaltigkeit doch eher halbherzig und oberflächlich angeht, was die vielen und ärgerlichen „Greenwashing“-Initiativen (Metro AG, Daimler, RWE, etc.) zeigen und was unlängst in einer UN-Studie von UNEP-Chef Achim Steiner auch nochmals belegt wurde. Fazit: Nach wie vor wird sehr viel geredet und sehr wenig gehandelt. Die langfristigen Chancen werden ausgeblendet zu Gunsten einer kurzfristigen Sichtweise. Die Dynamik, die sich einstellen müsste, um die Probleme des Klimawandels, der Vernichtung der Biodiversität, des Ressourcenverbrauchs, der Weltbevölkerungszunahme, etc. in den Griff zu bekommen, liegt immer noch in weiter Ferne.

 

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