aufschwung

Es ist ein Dilemma. Auf der Titelseite einer großen Berliner Zeitung konnte man die Schlagzeile lesen: „Wirtschaftsforscher strotzen vor Optimismus. Institute erwarten kräftiges Wachstum und sinkendes Defizit.“ Weiter hinten im Teil der Zeitung war eine 1-spaltige Nachricht zu lesen: „Sorge um Patienten Erde. WMF legt Bericht vor. Schon im Jahr 2030 brauchen wir 2 Planeten, um CO2 aufzunehmen und mit dem Verbrauch natürlicher Rohstoffe Schritt zu halten.“ Unsere These: Solange wir es nicht schaffen, diese Nachrichten auf die Titelseite zu bringen, wird sich nichts gravierendes in der Gesellschaft ändern. Wenn die ganze Diskussion um Klimawandel, Wachstumsdebatte, Verlust der Biodervisität, Ressourcenverbrauch, nachhaltigem Handeln etc. auf einen kleinen elitären Kreis von Menschen (Wissenschaftler, Ökogemeinde, NGOs, einigen Wirtschaftler) beschränkt bleibt, werden wir die Erde gegen die Wand fahren und unseren Kinder Chaos, Zerstörung und Trostlosigkeit hinterlassen. Wie formulierte es Lester Brown vom Worldwatch Institute folgerichtig: „Die Kommunikationsindustrie ist das einzige Instrument, welches die Fähigkeit besitzt, in dem benötigten Ausmaß und in dem gegebenen Zeitraum Bildung zu vermitteln, die nötig wäre, um einen Bewusstseinswandel herbeizuführen.“ Die Prioritäten der Medienberichterstattung müßten sich daher deutlich ändern. Es sollte nicht mehr gedankenlos das Wachstumsparadigma aus vergangener Zeit gepredigt werden, sondern wir müssen über den notwendigen kulturellen Wandel diskutieren. Weg vom berauschenden, zerstörenden Konsumismus, hin zu mehr Genügsamkeit und mehr zu einem Leben im Einklang mit unserer Umwelt.

 

Kommentare sind geschlossen