blue-rat

In der Berliner Zeitung erschien ein bemerkenswerter Artikel unter dem Titel „Die blauen Ratten von Xintang“ über das Fashion-item Jeans (http://www.berlinonline.de/berliner-zeitung/archiv/.bin/dump.fcgi/2011/0217/seite3/0005/index.html). Der Jeansmarkt ist ja eine große Nummer in Deutschland. Wir geben zig Milliarden Euro jedes Jahr dafür aus (Quelle: Textilwirtschaft). Mal ist der used-looked angesagt, mal die raw denim. Hauptsache fashion-like. Über die Konsequenzen für Menschen und Umwelt machen wir uns keine große Gedanken. Die meisten Jeans werden in Asien/China hergestellt – wegen der billigen Arbeitskräfte und den geringeren, oder gar nicht vorhandenen Umweltauflagen. Für ein Paar Jeans werden je nach Qualität 3 bis 12 g Indigo benötigt, das in den meisten Fällen heutzutage synthetisch hergestellt wird. Die Weltproduktion liegt in der Grössenordnung von einer Milliarde(!) Indigo-Jeans pro Jahr, und der Weltjahresumsatz mit Indigo beträgt über 300 Millionen Euro. Vier Unternehmen teilen sich den Markt für das synthetisches Indigo (darunter BASF). Das grösste Problem der heutigen Indigofärberei ist der Reduktionsprozess. In den meisten Färbereien wird immer noch Natriumdithionit (Hydrosulfit) als Reduktionsmittel verwendet. Daraus entstehen Natriumsulfit und mit dem im Abwasser gelösten Sauerstoff auch Natriumsulfat. Dies führt zu hohen, die Umwelt belastenden Salzfrachten im Abwasser. Es entsteht ausserdem giftiger Schwefelwasserstoff, der beispielsweise Beton angreift. (Quelle: ETHZ Hönggerberg, Schweiz). Kerstin Brodde schreibt in Ihrem Buch „Saubere Sachen“, das man in China die Farben der Saison an der Farbe des Flusswassers erkennen kann. Oder wir können sagen, dass wir es an den „farbigen Ratten“ erkennen.
Organische Alternativen sind teuer, so dass sie seltens eingesetzt werden. Leider findet man – auch unter den Eco-fashion-Labels – kaum Angaben über die Färbungen der Jeans. Man darf diese Sauereien nicht mehr unterstützen und muß die Marken unter Druck setzen, umweltfreundlichere Methoden zur Färbung von Jeans einzusetzen. Ansonsten bleibt nur der Boykott und der Verzicht auf Jeans.

 

Kommentare sind geschlossen