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In der Öffentlichkeit wird das Thema Energiewende kontrovers diskutiert. In einer Fernseh-Talkshow entlarvte sich jüngst Hans-Werner Sinn, Präsident des ifo Instiututs für Wirtschaftsforschung, als Mitglied einer alten Elite, die die Zeichen der Zeit nicht mehr erkennen wollen. Sinn hält zum Beispiel die Windernergie für eine „Schnapsidee“. Die Energiewende koste zuviel Geld und schadet nur Gesellschaft und Wirtschaft. Wie hatte Heike Leitschuh, Mitherausgeberin des Jahrbuch Ökologie jüngst auch formuliert: „Die Generation der Entscheider steht der Nachhaltigkeit im Weg.“
Das Forum Ökologisch-Soziale Marktwirtschaft veröffentlichte vergangene Woche eine interessante Studie im Auftrag von Greenpeace Energy.

„Was Strom wirklich kostet“ legt einen Vergleich der direkten und indirekten staatlichen Förderungen von erneuerbaren Energien, Atomenergie, Stein- und Braunkohle vor. So profitierte die Atomstromproduktion zwischen 1970 und 2010 von staatlichen Förderungen in Höhe von 186 Milliarden Euro. Der Steinkohle-Verstromung kamen 165 Milliarden Euro zugute, bei Braunkohle sind es 57 Milliarden Euro. Bei den erneuerbaren Energien betragen die staatlichen Förderungen im selben Zeitraum lediglich 28 Milliarden Euro. Hinzu kommen die Kosten der Umwelt- und Klimabelastung, die letztlich ebenfalls die Gesellschaft trägt. Im Ergebnis trägt die Gesellschaft bei einer Kilowattstunde Windstrom Kosten von 7,6 Cent und bei Wasserstrom 6,5 Cent. Die Gesamtkosten für Strom aus Braun- und Steinkohlekraftwerken summieren sich hingegen auf 12,1 Cent und für Atomkraft sogar auf 12,8 Cent je Kilowattstunde (Berechnung für das Jahr 2010). Dies zeigt, dass einige erneuerbare Energien heute schon günstiger sind als konventionelle Energieträger, wenn außer dem Strompreis auch die Kosten von staatlichen Förderungen und der Umwelt- und Klimabelastung einbezogen werden.
Mehr zur Studie unter http://www.foes.de/pdf/2011_FOES_Vergleich_Foerderungen_kurz.pdf

 

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