Am 26. September veranstalteten die Grünen in Berlin ein Event um das Thema Ernährung und Fleischkonsum. Das Panel war mit dem Umweltminister Altmaier, Renate Künast, Bärbel Höhn und Bärbel Dieckmann von der Welthungerhilfe prominent besetzt. Der hohe Fleischkonsum in den Industrieländern hat gravierende Folgen für die Menschen (Übergewicht, Krankheiten wegen zu hohem Fleischkonsums, auf der anderen Seite auch Hungersnöte, weil durch wachsenden Bedarf an Tierfutter (Mais) der ländlichen Bevölkerung in Entwicklungsländern Anbauflächen weggenommen werden), für die Umwelt (Klimagas-Emissionen wie Methan und CO2, Überdüngung und Auslaugung der Böden durch Monokulturen, sehr hoher Wasserverbrauch, Waldrodung, etc.) und für die Tiere (Massentierhaltung, Antibiotika, etc.). Die entscheidene Frage an diesem Abend richtete sich an die Nachhaltigkeitsbeauftragte des McDonlad´s Konzerns, Dietlind Freiberg, ob die Burgerbraterkette in Zukunft zu 100% art- und umweltgerechte Produkte anbieten werde. Die offensichtlich nervöse und unsicher auftretende Managerin druckste herum, sprach von sogenannten „Flagship-Farms“ (von denen es „eine einzige“ in Deutschland gibt), die schon sehr an die Standards der Biobranche „heranreichen“ würden. Aus unserer Sicht wäre die Antwort glaubwürdiger gewesen, dass es McDonald´s allein schon von der Menge gar nicht möglich wäre, sämtliche Fleischprodukte in Bio-Qualität anzubieten. Zu den Fakten: Nach Angaben von Frau Dietlind liegt der Anteil des Fleischkonsums von McDonald´s in Deutschland bei etwas unter 5%. Die Fastfood-Kette McDonald’s hat mit Burgern und Pommes 2011 erstmals mehr als eine Milliarde Gäste(!) in ihre Restaurants in Deutschland gelockt. Der Nettoumsatz legte im Vergleich zum Vorjahr um 5,9 Prozent auf knapp 3,2 Milliarden Euro zu. Insgesamt gibt es mittlerweile 1415 McDonald’s-Restaurants. Allein in Deutschland verkaufte McDonald’s im Jahr 2010 41.000 Tonnen Rind, 3.300 Tonnen Geflügel und 3.500 Tonnen Schwein. Laut Daten des Bundes für ökologische Lebensmittel haben die Bio-Bauern 2009 51.000 Tonnen Rind produziert. D.h. das McDonald´s fast das gesamte Angebot von Bio-Rindfleisch in Deutschland aufkaufen müßte, um seine Burger in Bio-Qualität, sprich art- und umweltgerecht, verkaufen zu können. Ein Ding der Unmöglichkeit. Wir wissen, das Fleischkonsum extreme Auswirkungen auf Klima, Umwelt und Gesundheit hat. Der Burger-Konzern ist mit fast 33.000 Restaurants in mehr als 100 Ländern präsent und hat einen nicht geringen Antei daran.
Die einzige Nachhaltigkeitsstrategie, die man dem Konzern empfehlen kann, ist, sich entweder völlig neu zu erfinden (z.B. eine Veggieburger-Kette oder ein Premium-Anbieter werden, der seine Produkte zu den „wahren Kosten“ anbietet, was eine hohe Reduktion seiner Läden nach sich ziehen würde). Vielleicht entscheidet ja auch der Bürger eines Tages, einen großen Bogen um die Geschäfte zu machen. Das hat man z.B. bei Schlecker auch nie für möglich gehalten. Aber wenn die Menschen begreifen, dass Geschäftsmodelle auf Kosten von Menschen, Umwelt, und Tieren gehen und letztlich auch Steuermittel für die entstandenen Schäden aufgewendet werden müssen, werden sie schneller als man denkt umdenken.

 

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