Foto: das junge dänische Fashion-Label Neutral

Gründer, die sich an den Leitlinien sozialer, ökologischer und ökonomischer Nachhaltigkeit orientieren, brauchen gezielte Förderung. Das ist ein Ergebnis des vom Bundesforschungsministerium beauftragten Projekts „Diffusionspfade von Nachhaltigkeitsinnovationen“. „Viele Gründer und Geldgeber kommen nicht zusammen“, berichtet der Projektverantwortliche Klaus Fichter, Leiter des Borderstep-Instituts und Professor für Innovation und Nachhaltigkeit an der Universität Oldenburg. Die Mehrheit grüner Gründer fühlt sich ideellen Zielen wie der Nachhaltigkeit verpflichtet. Klassische Wagniskapitalgeber investierten jedoch in Start-ups, die schon in einem frühen Stadium hohe Renditeziele verfolgen, erklärt Fichter. Grüne Gründer bräuchten indes einen speziellen High-Sustainability-Fonds. Zusätzliche Impulse könne auch ein Klimaschutz-Gründerpreis auslösen, empfiehlt Fichter. Eine besonders wichtige Rolle spielen Start-ups laut der Studie für Grundlageninnovationen. Etablierte Unternehmen verbessern demnach vor allem existierende Technologien, sie entwickeln beispielsweise stromsparende Elektrogeräte oder effizientere Gebäudetechnik. Grundlegend neue Innovationen kommen dagegen zu 55 Prozent von neuen Anbietern, z.B. Erfindungen im Bereich der erneuerbaren Energien oder der Aufbau von Online-Portalen für den Handel mit Gebrauchtwaren. Der Leiter des Borderstep-Instituts erklärt dies mit den unterschiedlichen Interessen von etablierten Anbietern und Start-ups. Automobilkonzerne hätten beispielsweise wenig Interesse am Erfolg von Elektroautos, weil diese ihren Benzin-Modellen Konkurrenz machen könnten. Trotzdem bekämen die Automobilkonzerne einen großen Teil der Fördergelder für Elektromobilität. Fichter fordert deshalb ein Umdenken in der staatlichen Forschungsförderung. Für die Energiewende und die Etablierung einer „Green Economy“ müssten Gründer stärker unterstützt werden. Schon existierende Programme für Start-ups seien zu breit angelegt. Die Politik solle sich auch bei der Gründungsförderung auf nachhaltige Leitmärkte konzentrieren. Mehr

 

Kommentare sind geschlossen