Eine überzeugende Umsetzung von Nachhaltigkeitskommunikation präsentiert Christoph Schönbäck mit „Nigeria in Öl„. Erst vergangene Woche wurde der niederländisch-britische Energiekonzern Shell für seine Umweltsünden in der Dritten Welt zum ersten Mal vor einem europäischen Gericht in Den Haag verurteilt. Das Nigerdelta ist nach mehr als 50 Jahren Ölförderung von extremer Umweltverschmutzung betroffen. In den vergangenen Jahrzehnten sind Schätzungen von Experten zufolge rund 1,5 Millionen Tonnen Öl aus den 9000 Kilometern der Shell-Pipelines ausgelaufen. Das Volumen entspricht Umweltschützern zufolge etwa einem Exxon-Valdez-Unfall pro Jahr.
Nigeria in Oil präsentiert gemeinsam mit nigerianischen und europäischen Künstlern Gemälde zur Ölkatastrophe im Nigerdelta – gemalt mit originalem Rohöl. Die so entstandene Bilderserie gibt, in Kooperation mit Amnesty International, Einblicke in die weitgehend unbekannte und gleichzeitig größte Ölpest der Welt. Die schaurig-schönen Bilder zeigen den Kampf der Menschen und der Umwelt gegen die Verschmutzungen und Zerstörungen durch die Ölförderung. Die Arbeiten wurden bisher nur in Österreich gezeigt. Hoffen wir, dass sie bald auch in Deutschland zu sehen sind.

Über das Bild
KÄMPFER 140 × 120 CM
(1941–1995) Der Bürgerrechtler und Schriftsteller Ken Saro-Wiwa setzte sich für die Sanierung der verschmutzten Gebiete und die politische Autonomie seines Stammes, der Ogoni ein. Seine Organisation MOSOP (Bewegung für das Überleben des Ogoni-Volkes) versuchte, die Ziele gewaltfrei durchzusetzen. Doch der Ogoni-Führer wurde wegen seines Einsatzes in einem Schauprozess hingerichtet. Kritiker warfen Shell eine Mitschuld vor, worauf sich der Konzern außergerichtlich mit den Hinterbliebenen Saro-Wiwas verglich und 15,5 Millionen US-Dollar zahlte.

 

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