Die IT- und Computerbranche kommt regelmäßig negativ in die Schlagzeilen, weil sie zum Teil unter unmenschlichen Bedingungen ihre Produkte überwiegend in Asien zusammenschrauben läßt. Die Problematiken von Firmen wie Foxconn, die für die halbe Computerwelt arbeiten, sind bekannt. Zahlreiche Selbstmorde unter den Arbeitern, schlecht bezahlte Arbeit, die kaum zum Leben reicht, nicht bezahlte Überstunden, menschenunwürdige Unterkünft bringen die Branche immer wieder in den Veruf. Ganz zu Schweigen von den Bedingungen, unter denen die Ressourcen für die Lifestyle-Produkte gewonnen werden. Metalle wie Kupfer, Zinn, Gold, Coltan werden in Minen (u.a. im Afrika, z.B. im Kongo) oft auch schon von Kindern in Schwerstarbeit aus der Erde gekrazt. Nach wie vor scheint den Unternehmen der Profit über alles zu gehen, umwelt- und soziale Themen spielen kaum eine Rolle. Unternehmen wie Apple haben dadurch schon einen enormen Imageverlust erlitten. Aber wenn schon nicht aus der Branche heraus neue, umwelt- und sozialverträgliche Produkte entwickelt werden, muß es halt durch Branchenfremde angepackt werden. Eine junge Frau, Susanne Jordan, aus dem bayerischen Ort Bichl ist angetreten, um der milliardenschweren Branche zu zeigen, wie man faire IT-Produkte herstellen kann. Unter nager-it.de entwickelt und verteibt Jordan die erste fast fair produzierte Computermaus. Das Gehäuse fertigt eine Landshuter Integrationswerkstatt und die Endmontage erfolgt in einer Werkstatt für Behinderte in Regensburg. 3000 Stück sind schon produziert worden. Ein Bruchteil von dem, was die Großen in Auftrag geben, aber alle Davids dieser Welt fangen eben klein an.

 

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