Textil und Tod

Es ist doch immer wieder nicht zu glauben, dass erst Katastrophen eintreten müssen – wie im Falle des Einsturzes einer Textilfabrik in Bangladesch – damit sich die Menschen und die Unternehmen bewegen und handeln. Es müssen über 1000 Menschen in den Trümmern der maroden Fabrik umkommen, damit endlich die auftraggebenden Textilunternehmen ein Sicherheits- und Brandschutzabkommen unterzeichnen; das aber ausschließlich nur für Bangladesch gilt (was ist mit China, Vietnam, Kambodscha, etc.?). Selbst dieses Minimalabkommen wird von einigen Konzernen wie z.B. der Metro verweigert, die sich ansonsten mit teuren Kampagnen über Nachhaltigkeit schmücken. Aber so einfach schwarz und weiß ist die Thematik nicht: Zu einem Deal gehören immer zwei Parteien. Auf der einen Seiten befinden sich die Textilkonzerne, die nach Maximierung ihres Profits streben und ständig auf der Suche nach der billigsten Produktion sind, die Globalisierung macht es möglich. Auf der anderen Seite steht der preisverwöhnte Konsument, der nicht mehr als 5 Euro für ein T-Shirt auszugeben bereit ist. Unter dieser „Kooperation“ leiden die Umwelt und die Menschen in fernen Ländern. Wieviel Giftstoffe bei der Herstellung und der Produktion eines Textils müssen noch die Gewässer herunterfliessen, wie lange müssen die Textilarbeiter noch unter den Arbeitsbedingungen und den schlechten Löhnen leiden, wieviel müssen noch sterben, damit etwas in den Köpfen der Unternehmen und den westlichen Verbrauchern passiert? Unternehmen müssen wirtschaftlich, das heißt profitabel arbeiten, keine Frage, aber es muß endlich aufhören, nur auf die Maximierung der Profite aus zu sein, koste es, was es wolle. Die Konsumenten müssen überzeugt werden, dass es besser und cooler ist, anstelle 10 T-Shirts zu besitzen, an denen Blut klebt (und die nach ein paar Wochen auseinanderfallen), nur ein T-Shirt zu besitzen, dass von sehr guter Qualität ist, länger hält und sauber ist, weil es Mensch und Umwelt wenig bis gar nicht geschadet. Bekommen wir das hin? Wenn man sich den Erfolg von Primark anschaut, darf man zweifeln. Wie häßlich Mode doch sein kann! Einen gut recherchierten Artikel von Wolfgang Uchatius zum Thema findet man auf zeit.de. Faire und gute Mode gibt es z.B. auf getchanged.net.

 

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