Demonstration gegen Macht der Finanzmaerkte in Berlin

Das Max-Planck-Institut in Bonn hat eine Zwischenbilanz gezogen und die Kosten der Bankenrettung ermittelt: 70 Milliarden Euro allein in Deutschland (dazu kommen noch die Risikopapiere der sogenannten Bad Banks (ein schöner Begriff), die sich auf über 270 Milliarden Euro belaufen).
Demgegenüber stehen Einnahmen für Zinsen und Gebühren in Höhe von 3,5 Milliarden Euro. Ein tolles Geschäft, oder? Verwunderlich ist, dass diese Bilanz weder in der Öffentlichkeit noch in den politischen Debatten für Aufregung gesorgt hat. Wir haben uns scheinbar daran gewöhnt – oder besser dem Schicksal ergeben – das Banken systemrelevant sind und dementsprechend gerettet werden müssen (too big to fail). Schaut man sich die Diskussionen über andere systemrelevante Themen an, da wären z.B. Klimawandel oder Energiewende, ist aber der Aufschrei groß, wer die Investitionen für die notwendigen, weil überlebenswichtigen Massnahmen aufbringen soll. Verzinst man die 70 Milliarden mit 2% würden dafür schonmal 1,4 Milliarden Euro im Jahr zur Verfügung stehen. Das wär doch schonmal ein Anfang, oder? Aber: The show must go on. Die Banken mit ihren Investment-Abteilungen und die großen Energiekonzerne haben im letzten Jahrzehnt groß Kasse gemacht und viel Geld in die Börsen einiger weniger gespült. Solange die Gewinne privatisiert werden und die Verluste die Allgemeinheit zu tragen hat, wird das Spiel weitergehen. Aus Sicht der Banken und der Konzerne besteht doch absolut kein einziger Grund, die Spielregeln in Richtung einer nachaltigeren Entwicklung verändern zu wollen. Solange die Rechnung die anderen zahlen, bitte sehr. Man läßt sich doch gerne einladen, oder?

 

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