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Eine Studie des Centre for Sustainability Management der Leuphana Unviversität Lüneburg ergab, dass für die meisten kleinen und mittleren Unternehmen (KMU) das Thema Nachhaltigkeit an Bedeutung gewonnen hat. Etwas überraschend mutet an, das sich die Unternehmen zu über 80% zum Thema Nachhaltigkeit sehr gut oder ausreichend informiert fühlen. Die Wirklichkeit zeigt aber, dass die meisten Unternehmen eher überfordert und nicht ausreichend richtig informiert sind. Sicher gibt es verschiedene Herangehensweisen an Nachhaltigkeit und letztlich auch sehr unterschiedliche Definitionen von Nachhaltigkeit, bzw. Nachhaltigem Wirtschaftens. Legt man die Definitionen und Handlungsfelder einer starken Nachhaltigkeit zugrunde (siehe Nachhaltige Ökonomie), dass eine nachhaltige Entwicklung nur in den Grenzen der Tragfähigkeit der Erde akzeptiert werden kann, folgt daraus, dass die meisten Unternehmen und die Gesellschaft alles andere als eine nachhaltige Entwicklung eingeschlagen haben. Im Gegenteil. Die CO2 Emissionen sind 2012 in Deutschland um 2% wieder angestiegen, der Ressourcenverbrauch liegt bei ca. 70 t pro Person nach wie vor horrend hoch, der Flächenverbrauch stagniert auf viel zu hohem Niveau und die Automobilhersteller konnten noch nie soviel SUVs verkaufen wie 2012. Aus der Umfrage ergab sich weiter, dass Unternehmen als wichtigsten Handlungsbedarf den Aufbau und die Umsetzung von Nachhaltigkeitsstrategien sehen. Auch hier scheint Wunschdenken und Realität nicht übereinzukommen. Die Entwicklung und Umsetzung von Nachhaltigkeitsstrategien sind komplexe Herausforderungen, die einen kompletten Umbau der meisten Unternehmen notwendig machen. Das schreckt dann doch viele Unternehmer erstmal ab, die in der Nachhaltigkeit am liebsten nur ein weiteres Qualifizierungsmerkmal zu ihren bestehenden Produktportfolio sehen würden. Ein weiteres hohes Barrierepotential für eine erfolgreiche Integrierung von Nachhaltigkeit in die Geschäftsmodelle von Unternehmen liegt nach Klaus Wiegandt, ehemaliger Vorstandssprecher der Metro AG, an den poltiischen und wirtschaftlichen Rahmenbedingungen. Wenn es ausschließlich um kurzfristige Umsatz-/Profitsicherung und -steigerung geht und nicht um die Bereitstellung von qualitativ besseren Produkten und Dienstleistungen, die die Probleme der Menschen lösen, bzw. die deren Grundbedürfnisse befriedigen, wird der Umbau nicht im einzelnen Unternehmen und nicht in der Gesellschaft gelingen. Einige wenige Unternehmen sind bereit ein Risiko einzugehen, in dem sie den Rahmenbedingungen trotzen. Sie zeigen auch, dass man erfolgreich und profitabel Wirtschaften und gleichzeitig den Kriterien einer nachhaltigen Entwicklung schon heute entsprechen kann. Sie basieren auf starken Nachhaltigkeitsstrategien mit denen neu gegründet oder grundsätzlich umgebaut wurde. Die Bioketten Alnatura, Basic und Bio Company sollen hier erwähnt sein, die Ökobanken GLS und Triodos, die Energieunternehmen Lichtblick und Entega, die Textilunternehmen Patagonia, Kuyichi und Nudie Jeans, sowie der Industriebodenbelaghersteller Interface und der funkige Hersteller von Haushaltsreinigerprodukten Method. Fazit: Wenn man die Entwicklung und die Umsetzung von Nachhaltigkeitsstrategien richtig macht (auf Basis einer starken Nachhaltgkeit), führt das zum Erfolg. Natürlich ist das auch mit Risiken verbunden, aber je länger man Business as usual betreibt, desto höher wird der Druck für die Unternehmen werden und die Risiken werden noch viel stärker steigen.

 

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