INICIATIVA ITT 1 LAC

Was ist uns der Erhalt der für uns lebensnotwendigen Umwelt, z.B. der Regenwald des Amazonas, wert? Was ist es uns wert, 400 Millionen Tonnen an CO2-Emissionen einzusparen? Die Antwort hat jetzt die internationale Gemeinschaft gegeben: Ganze 13 Millionen Dollar. Hinter dem Skandal steckt ein von der ecuadorianischen Regierung erdachtes und jetzt gescheitertes Konzept für den Nationalpark Yasuni. Die Regierung wollte auf die Gewinnung großer Erdölvorkommen im Biosphärenreservat der UNESCO verzichten und im Gegenzug eine Kompensation von der internationalen Gemeinschaft in Höhe von 3,6 Milliarden Dollar, verteilt auf 12 Jahre, erhalten. Nach Ecuadors ersten Berechnungen wäre dieser Betrag die Hälfte dessen gewesen, was sich mit dem Öl aus dem Paradies verdienen ließe. Der Wert des zähflüssigen Bodenschatzes im Yasuní-Becken wurde auf 7,2 Milliarden Dollar geschätzt. Die Vereinten Nationen unterstützten diese Idee als Beitrag für die Umwelt und wider die Erderwärmung. Aber Sponsoren überwiesen nicht mal einen Bruchteil (nur 0,37%) der geplanten Finanzierung. Und jetzt hat der ecuadorianische Präsident Rafael Correa das Konzept für gescheitert erklärt und der staatliche Konzern Petroamazonas will schon in den kommenden Wochen mit den Vorbereitungen für die Ölgewinnung starten. Was ein Armutszeugnis der Staatengemeinschaft, natürlich im speziellen die Industriestaaten, die sich weigerten, Geld für den Erhalt des Regenwaldes einzusetzen. Was für eine verpasste Chance durch unserer untätigen Regierung, Entwicklungshilfeminister Niebel (FDP) wollte wenig wissen von dem Konzept Geld für Bäume statt Öl. Hier zeigt sich mal wieder der krasse Widerspruch zwischen Lippenbekenntnissen in Sonntagsreden und tatsächlichem Handeln. Zum Glück sind im September Wahlen. Politiker, die den Zusammenhang zwischen Wohlergehen des Menschen und intakter Umwelt immer noch nicht begriffen haben, gehören abgewählt.

 

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