Stefan Schurr

Das Wissen über Nachhaltigkeit nicht automatisch auch zum nachhaltigen Handeln führt ist lange bekannt. Gerade die Eliten, die sich mit dem Thema Nachhaltigkeit stark auseinandersetzen, haben einen hohen ökologischen Impact. Auch Einsicht oder Appelle an den guten Willen werden die Menschen nicht dazubringen, ihre Verhaltenswiesen und Lebensstile zu ändern. In einem aufschlussreichen Artikel beschreibt der Philosoph und Dozent Bernd Draser die möglichen und bekannten Instrumente von der Ökodiktatur über die Green Economy bis hin zu der Postwachstumsökonomie. Er kommt am Schluss zu der interessanten Fragestellung, ob die Menschen nicht zur Transformation überredet oder überzeugt werden wollen, sondern vielleicht viel eher verführt werden wollen? Eine sehr interessante Perspektive: In der Geschichte der Menschheit ist der Mensch ja auch nicht zum Konsumismus überredet worden, sondern er wurde verführt. 80% der getätigten Einkäufe passieren unbewusst, spontan und hoch emotional. Wer verführt zur Nachhaltigkeit? Wer macht Lust auf nachhaltiges Verhalten? Nachhaltigkeitskommunikation kann das leisten. Und die Kommunikationsbranche hätte die Instrumente dafür, ist aber in Unwissenheit und im Besitzstandswahren zur Zeit gefangen.
Zum lesenswerten Artikel hier.

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