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In letzter Zeit häufen sich die Berichte über die immer stärker aufkommenden Widerstände der Bevölkerung gegen Projekte der Energiewende. Da werden Proteste gegen neuen Überlandleitungsprojekte organisiert und deren Umsetzung blockiert, und auch die Verlegung von Leitungen unter der Erde bereiten zum Beispiel den Landwirten Unbehagen ob der Auswirkungen durch Abwärme in den Erdschichten. Damit wird eines ganz deutlich und hier hat die Politik in den letzten Jahren versagt: Ohne das Wohlwollen der Bürger wird die Energiewende in dem notwendigen Zeitrahmen nicht zu schaffen sein. Und wie hat es Markus Balser von der Süddeutschen Zeitung trefflich formuliert: „Gesetze helfen nicht, wo die Überzeugung fehlt.“ Die Politik hat es bis jetzt versäumt, in einem konstruktiven Dialog den Bürgern die Energiewende a. verständlicher und b. schmackhafter zu machen. Halbherzige und schlecht ausgeführte Kampagnen á la „Es wird Zeit, daß sich etwas ändert“ des BMU aus dem Jahr 2012 zeigen, wie hilflos die Verantwortlichen agieren bei dem Versuch die Energiewende und ihre notwendigen Umsetzungsmaßnahmen begreifbar für die breite Bevölkerung zu machen. Dabei läßt sich auf den Umstand aufbauen, dass laut einer Emnid-Umfrage von 2013 immer noch 93 Prozent der Bundesbürger den Ausbau erneuerbarer Energien weiterhin für „wichtig“ bis „außerordentlich wichtig“ halten. Die Politik muß dabei zwei Punkte besser als in der Vergangenheit managen: Sie muß dafür sorgen, dass die Kosten der Energiewende gerecht verteilt werden und sie muß den Bürgern die Komplexität, die möglichen Alternativen, aber auch die Veränderungen, die eine Energiewende mit sich bringt, viel besser erklären und glaubwürdig kommunizieren. Eines steht fest: Wenn es den Deutschen nicht gelingt, die Energiewende erfolgreich umzusetzen, wäre das Signal an die Weltgemeinschaft fatal. In Konsequenz sieht dann die Zukunft der Generationen nach uns und auch die Zukunft unserer Kinder düster aus.

Foto: Beispiel einer gelungenen Nachhaltigkeitskommunikation zum Thema Energiewende von dem Designbüro Raffinerie AG für die Stadt Zürich aus dem Buch Cause and Effect

 

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