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Am Dienstag stellte der Chef des Energieriesen RWE, Peter Terium, seine Jahresbilanz vor. Ein Verlust von fast drei Milliarden Euro und einen Schuldenstand von 30 Milliarden Euro. Wenn man sich eine der Begründungen für dieses schlechte Ergebnis anhört, muß man wirklich seine Augen reiben, so fantastisch unglaublich hört sich das an. Trotz erfahrener, hoch bezahlter Manager, trotz über Jahre hinweg hochdotiert bezahlte Strategie-Berater von außen ist die Antwort: „Wir sind spät in die erneuerbaren Energien eingestiegen – vielleicht zu spät“. Seit 14 Jahren ist nun das Erneuerbare Energiengesetz (EEG) in Kraft. Seit 14 Jahren weiß die Energiewirtschaft und ihr Management (sie sollte es eigentlich schon viel eher gewußt haben), dass CO2-Emissionen massiv reduziert werden müssen (bis 2050 um mindestens 90%), damit es nicht zu einer katastrophalen Erwärmung des Klimas auf der Erde kommt. Und wie hat man reagiert? Der Vorgänger von Terium investierte noch Milliarden in Kohle- und Gaskraftwerke (mit Laufzeiten von 30 bis 40 Jahren) anstatt schnellsten die Investitionen in klimafreundlichere Energieerzeugung zu leiten. Das diese falsche Strategie jetzt einfach mit „zu spät eingestiegen“ kommentiert wird, ist für einen aussenstehenden Betrachter nur sehr schwer nachvollziehbar. Man wird wirklich fragen dürfen, welche Strategiekompetenz deutsches Top-Management besitzt. Wenn man aus den Nachrichten z.B. von den neuesten Automessen erfährt, wie über die rekordverdächtigen Absatzzahlen von SUV´s gejubelt wird, ist man geneigt schon jetzt vorauszusagen, welche Unternehmen die nächsten sein werden, die den Dinos der Energiewirtschaft folgen werden. Der Spruch ist reichlich zitiert worden, aber immer wieder erstaunlich aktuell: „Wer zu spät kommt, den bestraft das Leben.“ Das wird das eine oder andere Unternehmen wohl noch schmerzlich in den nächsten Jahren zu spüren bekommen.

 

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