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Einer Studie „Citizens’ perceptions of justice in international climate policy – empirical insights from China, Germany and the US“ zufolge sind die Bürger aus China, USA und Deutschland der Auffassung, das die Länder, die am meisten zum Klimawandel beigetragen haben, auch den größten Anteil der Kosten des Klimawandels zu tragen haben. Lobenswert! Darüber hinaus unterstützen fast die Hälfte der Bürger aus den jeweiligen Ländern die Aussage, dass jedem Land derselbe Pro-Kopf-Ausstoß nur zustehen sollte. Auch bemerkenswert.
Aber welchen Informationswert hat diese Studie? Das das Bewußtsein für Klimaschutz, die Ursachen und für Maßnahmen sehr hoch ist? Die entscheidenere Frage scheint aber doch, ob die Bürger auch bereit sind ihren Worten Taten folgen zu lassen. Wenn man sich die durchschnittlichen pro Kopf Emissionen anschaut, dann müßten in allen Ländern massiv die Emissionen reduziert werden. Wir wissen, dass jedem eine pro Kopf Emissioen von nur 2t/pro Jahr zustehen kann, damit die Erde sich nicht weiter als 2 Grad erwärmt und sich das Klima stabilisieren kann. Für den US-Bürger würde das bedeuten nur noch 1/10 seiner 20t-Emissionen zu verursachen. Goodbye SUVs, Klimaanlagen und Burger? Wohl kaum. Der Deutsche müßte seine Emissionen von ca. 10t/Kopf um 80% herunterfahren. Goodbye SUVs, Flugreisen und Flachbildschirm? Wohl eher nicht. Und der Chinese? Der hat sich ja erst gerade auf den Weg gemacht zu seinem SUV, seiner Klimaanlage und Co. und wird auch nicht bereit sein, davon abzulassen. Die Studie hätte wahrscheinlich mehr echten Nutzwert, wenn man abgefragt hätte, was die Bürger an Kosten und Lebensstiländerung beizutragen bereit gewesen wären.
Mehr Infos zur Studie hier.

 

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