250-Euro

Wenn man beobachtet, wie die Medien die Energiewende kommunizieren, muß man feststellen, dass es über eine reine Kostendebatte meistens nicht hinausgeht. So wird die EEG-Umlage quasi für die Kostensteigerung der Energiepreise verantwortlich gemacht, den Bürger geht die Lust an der Energiewende dadurch  langsam verloren. Warum werden so selten andere Botschaften den Bürgern vermittelt? Die EEG-Umlage zur Förderung der Erneuerbaren Energien liegt 2014 bei 6,2 Cent pro verbrauchter kWh (davon fliessen übrigens nur ca. 3,1 Cent in die reine Förderung). Das bedeutet, das ein durchschnittlicher 4-Personenhaushalt mit 4000 kWh pro Jahr umgerechnet 248 Euro beisteuert, damit in Deutschland zukünftig die Energieversorgung aus erneuerbaren Energien bezogen werden kann. Warum liest man deshalb nicht die Botschaft: 250 Euro für die Zukunftsfähigkeit unserer Energieversorgung und für die Zukunft unserer Kinder. Die Unterstützung von 21 Euro im Monat sollte für den Großteil der deutschen Haushalte kein Problem darstellen (zum Vergleich: Ein Sky-Abo kostet im ersten Jahr 24,90 Euro im Monat). Sicherlich werden die Kosten nicht gerecht verteilt, weil viele Unternehmen von der EEG-Umlage befreit sind (und sie profitieren doppelt von den günstigen Strompreisen an der Börse). Das ist politisch so gewollt, dank der großen Lobbyarbeit der verschiedenen Branchen. Aber warum liest man nicht die Botschaft: Wir haben die Kernenergie und Steinkohle seit 1970 mit über 300 Milliarden Euro mehr gefördert als die Erneuerbaren Energien. Jetzt ändern wir das zugunsten einer besseren Energieversorung. Solange das Wissen über die Vorteile der Erneuerbaren Energien und eine realistische und differenzierte Kostenbetrachtung nicht zu Kernbotschaften in den Medien und damit auch in den Köpfen der Bürger werden, solange sind die Energiewende und ihre damit verbundenen Ziele in Gefahr.

 

Kommentare sind geschlossen