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Stephan Bohle von futurestrategy und Privatdozent für Nachhaltigkeitskommunikation und Studenten des Institute of Design Berlin haben in einer Studie Design- und Kommunikationsschulen in Deutschland auf Lehrangebote zum Thema Nachhaltigkeit hin untersucht. 
Insgesamt wurden von 162 Schulen (Universitäten, Hochschulen, Fachhochschulen und Privatschulen) in den Fachgebieten Grafikdesign, Kommunikationsdesign, Produktdesign, Industrial Design, Foto- und Filmdesign und Fashion Design die Curricula analysiert. Anschließend wurden diese mit Hilfe eines 7-Stufenmodels (Michaelis 2014) eingeordnet. 
„Nachhaltigkeit als übergeordnetes Thema muss Pflichtveranstaltung aller Studiengänge werden, wenn die globalen Herausforderungen in Zukunft bewältigt werden sollen“ (BMBF 2004). Diese Forderung erscheint anläßlich des Ergebnisses der Studie als reines Wunschdenken, zumindest an Deutschland´s Designschulen. Die Internetrecherche ergab, dass lediglich 16 Schulen (9,8%) explizit und nachvollziehbare Lehrangebote zum Thema Nachhaltigkeit anbieten. Darunter befindet sich u.a. das Instiute of Design Berlin, für das Stephan Bohle zwei Module im Bereich Nachhaltigkeitskommunikation als Wahlfächer entwickelt hat. Alles in allem aber ein trauriges Fazit anläßlich der gerade zu Ende gegangenen UN Dekade für Nachhaltige Bildung, die scheinbar von der Mehrzahl der Kreativschulen völlig verschlafen wurde. 
Dabei hat Kommunikation und Design einen erheblichen Einfluss auf die nachhaltige Entwicklung der Gesellschaft. Insgesamt studieren ca. 30.000 Studenten an den Gestaltungsschulen in Deutschland. Der Anteil an den Gesamtstudierenden (2 616 881) ist gering (Statistisches Bundesamt 2014), aber den Impact auf eine nachhaltige Entwicklung, den die Studenten in Ihren späteren Berufen ausüben, ist erheblich. 80% aller produktbezogenen Umwelteinflüsse werden während des Designprozesses festgelegt (Frauenhofer IZM 2005). Und die UNEP betont die wichtige Rolle der Kommunikation für den Wandel hin zu einer nachhaltigen Entwicklung (United Nations Environmental Programme/futerra 2005, 7). Aber damit reiht sich dieses Ergebnis nahtlos in das Bild ein, dass die Kommunikationsindustrie generell liefert. Warum soll es dem Nachwuchs da auch besser ergehen? Weder die Verbände (GWA, ZAW, ADC) noch die überwiegende Mehrzahl an Agenturen, Filmproduktionen und Designbüros beschäftigt sich seriös und glaubwürdig mit den Themen der Nachhaltigkeit (Bohle 2014, 14).

Die komplette Studie (mit vielen Grafiken) kann man unter info@futurestrategy.de gerne anfordern.

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