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Die Klimakonferenz in Lima (COP20) hat erneut gezeigt, wie groß die Gräben zwischen den sogenannten entwickelten Ländern und den Entwicklungsländern sind und wie weit die Weltengemeinschaft immer noch von einem Klimavertrag entfernt ist. Allein darüber entbrannte eine Diskussion welche Länder zu der jeweiligen Kategorie, den sogenannten Annexes, zuzurechnen sind. Laut einem Bericht des Wuppertaler Instituts herrscht weiter Uneinigkeit, wer hauptverantwortlich (und damit sprechen wir über Kosten) die Rolle übernehmen soll, die Klimagase zu reduzieren und für die Folgeschäden des Klimawandels aufzukommen habe. Auch über den Zeitplan, wann Klimaziele zu erreichen sind, herrschte kein Konsens. Die EU und China sehen dafür das Jahr 2030, die USA, viele Entwicklungsländer und die NGOs möchten eher im 5-Jahres-Rhythmus die Ziele setzen. Das große Ziel, in Lima den Grundstein für COP21 in Paris 2015 zu legen, um endlich zu einem verbindlichen Nachfolgeabkommen des Kyoto-Protokolls zu kommen, wurde nicht erreicht. Am Ende geht es um Geld (das Klima rückt dabei in den Hintergrund). Bis 2020 soll es einen Klimafund geben (GCF), der pro Jahr mit 100 Milliarden Dollar gefüllt ist. 2015 konnten unter der Führung von UN Generalsekretär Ban Ki-Moon knapp 10 Milliarden Dollar eingesammelt werden. Ob in fünf Jahren die Staaten bereit sind, wirklich die Kosten zu tragen und die Milliarden aufzubringen, wird nicht vom Klima abhängen, sondern von der Kassenlage. Das ist das grundsätzliche Problem. Die jetzt lebenden Generationen sehen die kurzfristigen Lasten, die Entwicklung vermeintlich bremsen, aber nicht die langfristigen Folgen eines ungebremsten Klimawandels, der jegliche Entwicklung für zukünftige Generationen unmöglich machen könnte. Auch läßt sich feststellen, das die Klimakonferenzen mehr oder weniger unter Ausschluß der Öffentlichkeit stattfinden. Zwar werden die Klimamärsche, die 2014 stattgefunden haben, als Erfolg gefeiert, aber nüchtern betrachtet: Allein zum Berliner Karneval der Kulturen beteiligen sich jedes Jahr mehr Menschen, als weltweit für den Klimaschutz auf die Straßen gehen.

 

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