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Ein vom Hanser-Verlag betriebenes Internetportal kunststoffe.de hat zum Thema Kunststoffrecycling ein Online-Special veröffentlicht. Eine übersichtlich gestaltete Infografilk zeigt die Mengen und deren Verwendung von Kunststoffen und ihre anschließende Entsorgung, bzw. Verwertung in Deutschland im Jahr 2013. Die Kunststoffindustrie verkündet eine Verwertungsquote von 99% und stellt sich als umweltbewusste Branche dar. Schaut man sich die Grafik genauer an, läßt sich erstens feststellen, dass die Mengen an Plastikmaterial Jahr für Jahr kontinuierlich steigen, im Jahr 2013 auf über 19 Mio. Tonnen Kunststoffe. Eine nachhaltige Entwicklung wäre eine Reduktion der produzierten Kunststoffe, aber da hat natürlich die Industrie kein wirkliches Interesse daran. Hauptverwender ist wie nicht anders erwartet die Verpackungsindustrie. Der Verbraucher kann Tag für Tag erleben, wie immer mehr Produkte verpackt werden und zu welchen absurden Auswüchsen es dabei kommen kann. Stichwort: Gurken und geschälte Bananen eingeschweisst in Plastik.
Zu der hohen Verwertungsquote von 99% kommt es zweitens nur, weil über die Hälfte der Kunststoffabfälle – 57% – energetisch verwertet, d.h. verbrannt werden. Der Zero Waste Ansatz sieht aber eine energetische Verwertung in Form von Verbrennen nicht vor, so dass wir von einer Verwertungsquote eigentlich nur in Höhe von 42% sprechen können. Es gibt also noch viel zu tun. Die Aufgaben an Wirtschaft und Politik lauten deshalb: Weniger Kunststoffverbrauch insgesamt und einen wesentlich höhere Quote der stofflichen Verwertung. Wir leben ja bereits im Plastikzeitalter und müssen alles dafür tun, dass Umwelt, Tier und Menschen nicht vollständig in Plastik versinken.

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