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Die Europäische Umweltagentur hat ihren Report Umwelt in Europa – Zustand und Ausblick 2015 veröffentlicht. Aus den Indikatoren Natürliches Kapital schützen, Ressourceneffizienz und kohlenstoffarme Wirtschaft, sowie Schutz vor umweltbedingten Gesundheitsrisiken geht hervor, dass die Bemühungen innerhalb der Europäischen Union bei weitem nicht ausreichen werden, um die selbstgesteckten Ziel zu erreichen. So wird das Ziel, den Verlust der Artenvielfalt bis zum Jahr 2020 zu stoppen nicht erreicht werden. 60% der geschützten Arten und 77% der Lebensraumtypen (Küsten, Süßwasserlebensräume, Vegetationen, Moore, etc.) befinden sich in einem sogenannten ungünstigen Erhaltungszustand (Paramenter sind u.a. Verbreitungsgebiet, Population, Zukunftsaussichten). Trotz weiterer Fortschritte in den Bereichen Ressourceneffizienz und Reduktion der Treibhausgase werden die bisherigen Anstrengungen der EU nicht dazu führen, bis zum Jahr 2050 die Emissionen um 80-95% zu senken. Auch bei den umweltbedingten Gesundheitsrisiken verursachen Luftverschmutzung und Lärmbelastung noch immer ernsthafte Gesundheitsprobleme, insbesondere in städtischen Gebieten, die zu zehntausenden Todesfällen jährlich führen. Wie so oft bei der Debatte um eine nachhaltige Entwicklung kennt man mittlerweile die Ziele und die Notwendigkeit zu handeln, zumindest in der Theorie. In der Praxis scheitert aller Anspruch an den systemrelevanten Widerständen (Paradigma des Wirtschaftswachstum, umweltschädliche Subventionen, Externalisierung von Kosten, nicht nachhaltige Lebensstile der Menschen), die es zu überwinden gilt, wenn man das Ziel des 7. Umweltaktionsprogramms der EU von 2013 wirklich erreichen möchte: „Im Jahr 2050 leben wir gut innerhalb der ökologischen Belastbarkeitsgrenzen unseres Planeten. Unser Wohlstand und der gute Zustand unserer Umwelt sind das Ergebnis einer innovativen Kreislaufwirtschaft, bei der nichts vergeudet wird und natürliche Ressourcen so nachhaltig bewirtschaftet werden und die Biodiversität so geschützt, geachtet und wiederhergestellt wird, dass sich die Widerstandsfähigkeit unserer Gesellschaft verbessert. Unser kohlenstoffarmes Wirtschaftswachstum ist längst von der Ressourcennutzung abgekoppelt und bestimmt somit das Tempo für eine sichere und nachhaltige globale Gesellschaft.“

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