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Angesichts von über 1,2 Milliarden Katholiken auf dieser Erde (17,5% der Weltbevölkerung) ist der Appell des Kirchenoberhaupts an seine Anhänger nicht zu unterschätzen. So deutlich hat noch kein Papst vor Ihm über Systemkrise und Umweltzerstörung gesprochen. Gerade in den USA, wo viele Gläubige, die einen nicht nachhaltigen Lebensstil fröhnen, sich auf Gott berufen, dürften die Worte des Papstes hoffentlich Wirkung zeigen (Zitat: „Doch wir müssen auch zugeben, dass einige engagierte und betende Christen unter dem Vorwand von Realismus und Pragmatismus gewöhnlich die Umweltsorgen bespötteln“). In seiner Enzyklia spricht der Papst von der Dringlichkeit eines neuen Dialogs über die Art und Weise, wie wir in Zukunft unseren Planeten gestalten. Er spricht ganz offen von den Blockierern, die die Probleme leugnen oder vom blinden Vertrauen auf technische Lösungen. Anhand von einigen Zentralthemen (die enge Beziehung zwischen den Armen und der Anfälligkeit des Planeten; die Kritik am neuen Machtmodell und den Formen der Macht, die aus der Technik abgeleitet sind; die Einladung, nach einem anderen Verständnis von Wirtschaft und Fortschritt zu suchen; die Notwendigkeit aufrichtiger und ehrlicher Debatten; die schwere Verantwortung der internationalen und lokalen Politik; die Wegwerfkultur) analysiert der Papst den Zustand der Gesellschaft und schlägt dabei einen neuen Lebensstil vor. Vor allem der Konsumismus wird vom Papst angeprangert. So spricht er von der Schaffung eines unwiderstehlichen Konsum-Mechanismus, um seine Produkte abzusetzen und die Menschen „versinken schließlich in einem Strudel von unnötigen Anschaffungen und Ausgaben.“ Und weiter: „Der zwanghafte Konsumismus ist das subjektive Spiegelbild des techno-ökonomischen Paradigmas. Dieses Modell wiegt alle in dem Glauben, frei zu sein, solange sie eine vermeintliche Konsumfreiheit haben, während in Wirklichkeit jene Minderheit die Freiheit besitzt, welche die wirtschaftliche und finanzielle Macht innehat.“ Hervorzuheben ist auch die Bedeutung der Bildung, die der Papst in der Umwelterziehunhg sieht. „Die Umwelterziehung hat ihre Ziele erweitert. Wenn sie anfangs die wissenschaftliche Information sowie die Bewusstmachung und Vermeidung von Umweltgefahren sehr in den Mittelpunkt stellte, neigt sie jetzt dazu, eine Kritik an den auf der instrumentellen Vernunft beruhenden »Mythen« der Moderne (Individualismus, undefinierter Fortschritt, Konkurrenz, Konsumismus, regelloser Markt) einzuschließen.“

Die Ezyklia kann hier runtergeladen werden.

 

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