earth-overshoot-day

Die Nachrichten berichten von der Sorge um China´s Wirtschaftswachstum. Die deutschen Autobauer sind sich nicht mehr sicher, dass die Chinesen ihre PS-aufgemotzten Premiumfahrzeuge kaufen, Griechenland und das dritte Rettungspaket. Übliche Nachrichtenlage. Wachstum, Konsum, Wohlstand. Völlig untergeht dagegen, dass die Menschheit am 13.8.2015 ihre Ressourcen, die ihr das Erdsystem zur Verfügung stellt, aufgebraucht hat und von diesem Tag an, das Fällen der Bäume, das Fischen der Fische und das Ausgraben von Kohle und Öl von der Substanz abgezogen wird: Konkreter, das wird unseren Kindern und zukünftigen Generationen weggenommen. Solange nicht endlich ein Wandel stattfindet, weg von den üblichen Wachstumsphrasen hin zu Konzepten, wie wir als Menschheit innerhalb der Tragfähigkeit der Erde unser Dasein organisieren können, wird der sogenannte Overshoot Day früher und früher eines jeden Jahres eintreffen.
Nachfolgend ein Text des Umweltbundesamtes zu diesem Thema:
Schon wieder sechs Tage früher, als im Vorjahr: Von heute an entnimmt die Menschheit mehr Holz, Kulturpflanzen und Futtermittel als diese auf unseren Wald-, Acker-, Weideflächen und in unseren Fischgründen regeneriert werden können. Dazu werden Treibhausgase in größerem Umfang emittiert, als sie von Wäldern und Ozeanen absorbiert werden können.
Noch 1987 fiel der Earth Overshoot Day auf den 19. Dezember. Grund für das immer weitere Vorrücken sind vor allem die hohen Konsumniveaus in Industrie- und zunehmend Schwellenländern sowie das schnelle Bevölkerungswachstum. Bildlich gesprochen lebt die Menschheit derzeit so, als hätte sie 1,6 Erden zur Verfügung. Das hat das Global Footprint Network errechnet, eine internationale Nachhaltigkeitsorganisation. Eine derartige Übernutzung der Ökosysteme kann auf Dauer auf einem endlichen Planeten nicht funktionieren. Spürbar wird dies besonders am Klimawandel mit all seinen Auswirkungen: dem Schmelzen der Polkappen, der Übersäuerung der Meere, dem Versiegen von Süßwasserquellen, schrumpfenden Wäldern,  Bodenerosion und Versteppung, dem Verlust von Arten und vielen weiteren fatalen Begleiterscheinungen.
Schwerpunktthema der diesjährigen „Earth Overshoot Day“-Kampagne sind deshalb und weil Ende dieses Jahr der Abschluss der so wichtigen Verhandlungen für ein neues Weltklimaabkommen ansteht, die immer noch viel zu hohen Treibhausgasemissionen. „Der Ausstieg aus der fossilen Energie, wie er momentan weltweit in Vorbereitung für den Klimagipfel in Paris diskutiert wird, kann den Footprint der Menschheit wieder auf eine gesunde Größe reduzieren.“, so Mathis Wackernagel, Präsident des Global Footprint Network.
Der Earth Overshoot Day soll der Politik und uns allen ein mahnender Weckruf sein, aktiv zu werden. Einen Beitrag kann jede und jeder Einzelne leisten: ressourcenintensive Konsummuster überdenken, Energie sparen, Ökostrom beziehen, saisonale Lebensmittel kaufen, auf langlebige Produkte mit Recyclingmaterialien setzen, auch gebrauchten Geräten eine Chance geben und Abfälle generell vermeiden.
Quelle: Umwelbundesamt

 

Kommentare sind geschlossen