Die Wohnungssituation in Berlin ist einer der dringendsten Probleme, die die Stadt zu bewältigen hat.
Daran eng verknüpft sind die Themen der Klima- und Nachhaltigkeitsziele (Emissionen, Mobilität, Natur- und Ressourcenschonung, bezahlbarer Wohnraum, etc.).
Es müssen jährlich ca. 20.000 neue Wohnungen erstellt werden, um den Bedarf mittelfristig zu befriedigen. Aber anstatt das sich die wichtigsten Akteure aus Politik, Immobilienwirtschaft und Zivilgesellschaft an einen Tisch setzen und Lösungen suchen, herrscht Konfrontationskurs. Die Politik konzentriert sich über ihre Wohnungsbaugesellschaften auf den Bau von 6000 Wohnungen im Jahr. Fragt sich aber, wer die übrigen benötigen 14000 Whg. bauen soll. Die private Wirtschaft zeigt sich auch nicht dialogbereit und verlagert ihre Bau- und Investitionstätigkeit auf den Speckgürtel Berlins nach dem Motto „Soll doch die Politik sehen, wo sie bleibt“. Und die zivilgesellschaftlichen Akteuren protestieren erstmal einfach gegen jede Veränderung (Baumbestand, Kleingartenkolonie, Modernisierung, etc.). Berlin, wir haben ein Problem.
Lösungsvorschlag: Es muß wieder Dialogbereitschaft da sein und man muß zu einer kooperativen Zusammenarbeit kommen. Die Politik darf nicht auf ihren Maximalforderungen beharren (Milieuschutz, Berliner Modell, etc.) und sollte flexibler (Genehmigungsverfahen, Grundsteuer, etc.) auf die gegebene Situation reagieren können. Die private Immobilienwirtschaft sollte sich nicht hinter ihrer Maximalforderung der Gewinnmaximierung verschanzen (Spekulation, Preistreiber). Gerade hat die Bundesbank festgestellt, dass sich die extremen Preissteigerungen nicht allein durch die demografischen und wirtschaftlichen Fundamentalfaktoren erklären lassen. Man weiß längst von einer nachhaltigen, also zukunftsfähigen Wirtschaft, dass neben den monetären Zielen auch sozio-kulturelle und ökologische Ziele gleichbereichtigt verfolgt werden müssen. Ansonsten sägt die Wirtschaft den Ast ab auf der sie sitzt. Die zivilgesellschaftlichen Akteuren sollten Fundamentalprotest in konstruktive Kritik umwandeln. Erst wenn alle Akteure wieder in den Dialog treten und gemeinsam nach Lösungen suchen wird Berlin das Problem der Wohnungssituation in den Griff bekommen. Appellieren wir an die Verantwortung, die jeder zu tragen hat.

 

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