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NoEm (No Emission)

Echter Lichtblick

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Ein Häuschen, das sich selbst vollständig mit Strom versorgt? Im Juni präsentierte die Firma Think CO2 beim Solar Decathlon Europe in Madrid ihr marktreifes NoEm-Haus (NoEm steht für No Emission).
Solar Decathlon ist ein Wettbewerb, den das U.S. Department of Energy organisiert. Dabei kommen jeweils Universitäten aus aller Welt zusammen, um energetisch autarke, nur mit Solarenergie betriebene Häuser zu entwickeln. Beim NoEm-Haus (www.noem.com) sind Photovoltaik-Laminate von United Solar (www.uni-solar.com) ins Dach integriert, die den benötigten Strom erzeugen. Das Haus besteht ansonsten aus lokalen Materialien, die mit ausgeglichener CO2-Bilanz produziert werden. Das modulare Konzept ermöglicht es, den Wohn- oder Nutzraum an die Anforderungen der Kunden anzupassen. Das Design lässt sich ebenfalls individualisieren. In Madrid präsentierte Think CO2 ein Haus, das nur aus einem Wohn-Modul besteht und Küche und Bad beinhaltet. Auch die Terrasse mit Pergola war hier zu sehen, die sich aufgrund der Rampe auch für Rollstuhlfahrer eignet. Die Firma vermarktet das NoEm-Haus zum Beispiel als Büro, als mobiles Feriendomizil, Gästehaus oder Wochenendhäuschen. (na)

Zero Emission for 100K

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Wie sieht ein Haus aus, dass hochwertig ist, keine CO2 Emissionen emittiert, umweltschonend gebaut und betrieben werden kann und dazu nur 100.000 Euro kostet? Der Architekt Mario Cucinella hat mit seinem 100K House dazu die passende Antwort gefunden. Die Häuser (das erste Pilotprojekt wird in Philadephia gerade gebaut) haben eigene kleine Windkraftanlagen, werden mit Biomasse beheizt und eine Solaranlage sorgt für das Warmwasser. Um diesen einmaligen Preis zu erzielen setzt der Architekt geschickt überwiegend industriell hergestellte Module ein, die nicht extra für das Haus hergestellt werden müssen. Ein weiteres Beispiel dafür, dass die grüne Lösung nicht immer die Teuere sein muss. (fs)

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0608 Intelligent

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Intelligent Nutrients war die erste mit Biosiegel versehene Pflegelinie in den USA. Intelligent-Nutrients-Produkte enthalten rein pflanzliche Bio-Inhaltsstoffe, ökologisch und nachhaltig hergestellt und sogar essbar. Ob Haar-, Gesichts- oder Körperpflege: Die Firma bietet inzwischen über zwanzig Kosmetikprodukte an, aber auch Nahrungsergänzungsmittel und Düfte. Intelligent Nutrients gehört dem Aveda-Gründer Horst Rechelbacher. Alle Produkte werden ausserdem zu 100% mit erneuerbarerer Energie produziert. Vorbildlich.(http://www.intelligentnutrients.com). (fs)

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0508 Gutes von Werbern

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Werbern schaut man ja kritisch auf die Finger und sie machen sehr viel dummes Zeug, aber ab und zu sind sie auch wirklich gut. So KolleRebbe, die mit ihrer Unternehmung KOREFE die Beauty Care Marke „Stop the water while using me“ entwickelt haben. Produkt, Design, Name ist stimmig, modern und unprätentiös. Manche schwülstig daher kommende Öko-Marke kann sich daran ein Beispiel nehmen. Den Test, ob der Inhalt auch so gut ist wie sein Äußeres muß das Produkt allerdings noch bestehen (http://www.stop-the-water-while-using-me.com). (fs)

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0408 Minimallösung, Maximalnutzen

iq

Wieso ist eigentlich niemand vorher drauf gekommen: Wasser kann doch der Konsument selbst hinzufügen! Die Haushaltreinigermarke IQ (www.iqclean.com) von Planet People bewies mit ihrem Konzept wirklich einen hohen IQ, der der Umwelt zugute kommt. Sie führt das Konzentrat-Konzept radikal weiter und verkauft ihre Reiniger, die auf nicht toxischen, umweltfreundlichen Stoffen basieren, als Nachfüllpatronen, die der Kunde in den IQ-Dosierspender einsetzt und mit Leitungswasser auffüllt. Das spart enorm viel Verpackungsmaterial und Transportkosten – was sich auch im Preis widerspiegelt: Sie sind 25 Prozent günstiger als herkömmliche Mittel. Insgesamt ist der CO2-Fußabdruck um 70 Prozent geringer als bei anderen Reinigungsprodukten.
Derzeit gibt es vier Varianten: Fußboden-, Badezimmer-, Allzweck- und Glasreiniger. Die Patronen sind puristisch gestaltet und sehen fast aus wie Kosmetik. Beim Einkaufen wird jeder spätestens auf dem Nachhauseweg DANKE denken – denn am Ende haben bei den herkömmlichen Produkten nicht nur LKWs sinnlos Wasser durchs Land gekarrt, sondern auch der Verbraucher hat sich sinnlos damit abgeschleppt. Eine geniale Absage an Mogelpackungen, die mehr Inhalt suggerieren, oder den angeblichen Vorteil größerer Füllmengen. (na)

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0308 Hommage an die Turnhalle

matergymnasium

„Erinnerst du dich an das Hartholz, das Quietschen der Turnschuh, den Pfiff?“ – so steigt die dänische Möbelmarke Mater in die Geschichte seiner genialen Sideboard-Serie Mater Gymnasium ein. Turnhallenfußböden waren nämlich die Inspiration für das von Søren Rose (http://sorenrose.com/) entwickelte Konzept, das Möbelhersteller Bruno Hansen umsetzte. Die limitierte Edition von 2008 wurde tatsächlich aus Holz von ausrangierten Bodenbelägen samt den sportlichen Markierungen für Strafraum, Mittellinien etc. hergestellt. Da die Serie sehr gut ankam, aber nicht unbegrenzt altes Holz aus Turnhallen zur Verfügung stand, stieg man auf nachhaltig erzeugtes Holz um: Eiche und Kiefer – weiterhin mit den charakteristischen Farb-Markierungen versehen, nun aber mit wasserbasierten Fixiermitteln und Lacken. Manch einer mag nun denken, adieu Authentizität. Andere meinen: was als skurile Idee eines Designers begann, hat sich als solide Grundlage für ein erfolgreiches, ausbaufähiges Konzept erwiesen. In der Produktkommunikation (www.matergymnasium.dk) wird die schöne Geschichte ästhetisch aufs Beste kommuniziert. Und ganz sicher gibt es Leute, die lieber was Nagelneues haben möchten und dankbar sind, von den Assoziationen an den Schweißgeruch der Umkleidekabinen von damals befreit zu sein. (na)

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0208 Moderne Altkleidersammlung

wornagain

Die Macher von wornagain (wornagain.co.uk) finden, dass einige Dinge zu wertvoll sind, um sie in den Abfall zu schmeissen. Wohl war. Laut EPA produzieren die Amerikaner 2,3 kg Müll pro Tag pro Kopf(!), die Deutschen 1,5 kg und die Japaner 1,3 kg.In Großbritannien entstehen allein jährlich 2,35 Millionen Tonnen Textilabfall, gerade mal 13% werden davon recycelt. wornagain möchte diese Verschwendung stoppen und arbeitet mit internationalen Designern, wie z.B. Christopher Raeburn, die gebrauchte Textilien in etwas aufregend Neues transformieren. Die ersten Kooperationen laufen mit Eurostar und Virgin. Diese Unternehmen übergeben ihren „Textilmüll“, die ausrangierten Uniformen von Eurostar und die Stoffe ihrer Heißluftballons von Virgin, aus denen wornagain Hoodies und Laptoptaschen zaubert. Ein wirklich spannendes Konzept, dass man sich gut ausgeweitet vorstellen kann. (fs)

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0108 Schnelles Essen, gutes Gewissen

otarian-wraps

Muss man beim Besuch eines Fast Food Restaurants ein schlechtes Umweltgewissen haben? Nicht zwingend. Die Kette Otarian (www.otarian.com), die in London und New York Filialen betreibt, bietet vegetarische Menüs mit möglichst geringem CO2-Fußabdruck an. Hierfür hat sie Aspekte wie Rohstoffherstellung, Energie-Effizienz, Gebäudedesign, Wasserverbrauch, Transport, Verpackung oder Müllmanagement in die Bilanz eingebracht.
Beispielsweise werden 98 Prozent des Mülls entweder kompostiert, recycled oder wieder verwendet. Das Interior Design ist fast komplett aus recycelten Materialien hergestellt – die Stühle bestehen beispielsweise aus einem Geflecht aus recyceltem Plastik und aus recyceltem Aluminium.
Das Markenkonzept von Pearlfisher (www.pearlfisher.com) setzt neben der modernen Identität auf zwei gleichgewichtige Werte: Genuss und Umweltengagement. Der Nutzen für die Natur ist auf den Verpackungen in plakativ gestalteten Texten ablesbar. Auf der Speisekarte kann der Kunde sofort erkennen, dass sein Burger im Vergleich zur konventionellen Konkurrenz weniger CO2-Ausstoß auf dem Buckel hat. Er kann zudem eine Carbon Karma Card nutzen, wo seine CO2-Einsparungspunkte registriert werden. Für 100 gesammelte Punkte wird er mit Gratisspeisen belohnt. Konsequentes Konzept. (na)

 

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