Luxus des Einfachen

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Ökoferien der besonderen Art bietet UrNatur (www.urnatur.se) aus Schweden: Die „Walderemitage“, gegründet vom Förster Håkan Strotz und der Biologin Ulrika Krynitz, umfasst eine Ansammlung verschiedenartiger Unterkünfte, etwa ein minimalistisches Baumhaus für eine Person und urige 2- bis 4-Personen-Hütten mit Namen wie „Luftschloss“, „Mooshütte“ oder „Wolfskate“. Zusätzlich gibt es ein „Blechschloss“, wo 30 Personen konferieren können. Hier gibt es auch Strom, ansonsten ist die Eremitage weitgehend stromfrei. Wasserpumpe und Glühbirnen in der Küche sind mit Solarzellen betrieben. Man wäscht sich im separaten Badehaus, das auch eine Sauna beinhaltet, oder in der hölzernen Badetonne im Freien. „Hier gilt der unverfälschte Luxus der Schlichtheit, des Einfachen und der Vergänglichkeit“, beschreiben die beiden ihr Konzept. Die Hütten hat Håkan Strotz selbst gebaut, die Einrichtung übernahm Ulrika Krynitz, die ein ganz eigenes von der Natur ringsum inspiriertes Design entwickelte. In einem Laden bieten sie zudem die Textilien und Teppiche an, die Ulrika Krynitz entworfen hat – darunter abstrakte Mooskissen in verschiedenen Grüntönen, die garantiert ihren Weg in Wohn- und Designzeitschriften weltweit finden werden. Gerade präsentierten sie auf der Stockholmer Möbelmesse ihren neusten Teppich namens „Green“ – für Golfspieler. Das Motto: „Take a break, unplug the carpet and play.“ (jn)

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0710 Architekturevoluzzer

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© Edouard François

Architekten mit Visionen gibt es ja einige. Meistens enden deren Ideen im Bau eines Modells und das wars dann. Anders der französische Architekt Edouard François (http://edouardfrancois.com), der als einer der Pioniere in grüner Architektur gilt und spektakuläre Projekt realisiert. Seine Gebäude gleichen überdimensionalen Blumentöpfen, die Fassaden Blumenwiesen und Bambuswald. „Ich will das ökologische Bauen von Grund auf revolutionieren“, sagt er.
Am östlichen Stadtrand der Seine-Metropole stellte François ein ökologisches Reihenhausprojekt fertig. Der ökologische Aspekt generiert sich nicht nur aus den niedrigen Energiekosten, sondern auch aus den verwendeten Materialien. Vor den Fassaden wuchert eine gewöhnungsbedürftige Konstruktion aus Lärchenbalken, die sich in ein paar Jahren in einen wunderbaren Garten aus Glyzinien, Bananenstauden und Weinreben verwandelt haben werden.
Sein neustes Projekt ist SODD. Ein völlig neues, standardisiertes und vorgefertigtes Modulsystem, bestehend aus einem Innenausbau aus Holz und einer äußeren Membran aus Gummi, in der eine Photovoltaik-Haut eingearbeitet ist. Wie sieht Edouard François die Zukunft des Bauens: „Energie- und Ressourcenschonung werden in ein paar Jahren bereits die größte Selbstverständlichkeit sein; man wird Steine nach Ihnen werfen, wenn Sie es dann noch wagen, ein unökologisches Projekt hochzuziehen!“  Hoffentlich setzt er sich auch mit dieser Vision durch. (fs)

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0610 Kein Fashion-Zirkus

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© Toodot

Toodot ist ein neues Green Fashion Label aus Hamburg, dass wir auf der thekey.to entdecken durften. Das Label hat sich zum Ziel gesetzt, zeitlose Klassiker, ohne den Druck eines Kollektionsrhythmus, zu produzieren. Endlich ein Eco-Label, dass nicht dem Fashion-Zirkus hinterher hecheln will. Die schlichten, aber schön verarbeiteten Textilien sind nach den GOTS Richtlinien (Global Organic Textile Standard) gefertigt und garantieren ein sauberes Produkt.
Hinter dem im Januar gestarteten Toodot (toodot.net) stecken Wiebke Hövelmeyer, Mathias Ahrberg (die Macher des Label Fairliebt) und Simon Strootmann. Viel Erfolg! (fs)

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0510 Erste Qualität aus zweiter Hand

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Skateboards aus Bambus, T-Shirts, Kapuzenpullis und Mützen mit Bio-Baumwolle oder Bambusfaser – die Brettsport-Marke sutsu (http://sutsu.com) aus Großbritannien achtet strikt auf Umweltverträglichkeit. Sie hat ihren Kohlenstoffausstoß durch interne Maßnahmen reduziert und durch carbon offsetting auf Null reduziert – dabei floss Geld in ein Windkraft-Projekt in der Türkei und in ein Wasserkraftwerk in China. Zusätzlich unterstützt das Unternehmen auch Umweltinitiativen. Unter dem Namen Re-Cycle hat sutsu zudem den Prototypen für ein BMX-Rad entwickelt, das aus Second-Hand-Teilen verschiedener Hersteller besteht. Er soll das Bewusstsein dafür wecken, dass sich hohe Qualität auch aus gebrauchtem Material erzeugen lässt. (jn)

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0410 Langer Weg

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© people tree

Noch ein Pionier. People tree (http://www.peopletree.co.uk) gehört zu den Vorreitern der grünen Fashion-Bewegung. In einem bemerkenswerten, aber schon etwas älteren Artikel hat die Gründerin von People Tree, Safia Minney, sehr offen den langsamen und mühsamen Weg eines Fair Trade und Eco-Fashion Labels beschrieben. Angefangen von den Produktionsumständen und den üblichen Handelsgepflogenheiten bis hin zu Investoren und Banken, die (noch) nicht ihr kurzfristiges Denken aufgeben können (http://www.guardian.co.uk/lifeandstyle/2008/jul/22/peopletree). Vielleicht ist dem Unternehmen jetzt mit der Kooperation mit Emma Watson ein Clou gelungen. Sieht man sich die PR-Berichterstattung in allen großen Lifestylemedien (Gala, Brigitte, Für Sie, etc.) könnte dem Unternehmen endlich der Durchbruch bevorstehen. Safia Minney und der Eco-Fashion Community wäre es zu wünschen. (fs)

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0310 Schöner Abfall

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Nina Raeber entdeckte während einer Reise nach Kambodscha einen stinkenden Fischfuttersack in knalligen Farben am Straßenrand – und beschloss den Müll für Modeartikel up-zucyclen. In ihrem Atelier in Lausanne entwickelte die frühere Schmuckdesignerin unter dem Markennamen coll.part (www.collpart.com) Entwürfe für Taschen, Portemonnaies, Kulturbeutel, Laptophüllen, Blumenübertöpfe, Papierkörbe etc., die sie in Kambodscha fertigen lässt. So ermöglicht Nina Raeber benachteiligten Frauen vor Ort Arbeit und Einkommen und deren Kindern eine Schulausbildung. Die Nähwerkstätten erfüllen die Bedingungen des fairen Handels. Das Material ist ein aus Polypropylen gewebtes Sackleinen, in dem zuvor Fischfutter oder Reis verpackt war. Nina Raeber weiß die charmanten Grafiken und die kambodschanische Typo perfekt für ihre Entwürfe zu nutzen. Die Produkte erfreuen sich wachsender Beliebtheit: Inzwischen werden 25000 Artikel pro Jahr hergestellt und in 200 Boutiquen in 10 Ländern sowie via Internet verkauft. (jn)

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0210 Schlichte Eleganz

bod

Quasi aus Eigenbedarf entstand die australische Kosmetik-Marke bod (www.bod.com.au). Gründer Brett Pattinson war mal Mitglied der Ska-Band The Allniters und führte ein so exzessives Musikerleben, dass er schließlich einen Burn-Out erlitt. Da ihm die Schulmedizin nicht weiterhelfen konnte, wendete er sich natürlichen Therapien zu und ist inzwischen selbst Homöopath, Tai Chi-Meister and Shiatsu-Spezialist. Als Leiter eines Therapie-Zentrums begann er seine eigene Produktserie zu entwickeln, die östliche Weisheit und modernes therapeutisches Wissen miteinander verbinden will. Sie umfasst Produkte für Gesichts-, Körper und Haarpflege sowie eine Kinderreihe namens bod for bubs, die er nach der Geburt seines Sohns entwickelte. bod verwendet nur natürliche und wenn möglich ökologisch erzeugte Inhaltsstoffe. Die braunen Flaschen schützen die Produkte vor Licht und verweisen auf Apothekerflaschen; die schwarzen Etiketten mit weißer Typo verleihen ihnen schlichte Eleganz. Das Signet, drei horizontal gezeichnete Striche, ist im Japanischen das Symbol für Fluss oder Fließen. Besonders schön gestaltet sind auch die Badesalztüten: sie setzen dem ansonsten minimalistischen Design charmante Muster entgegen. (jn)

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0110 Der Stoff, der aus der Flasche kommt

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Nachhaltige Produkte zu entwickeln ist die eine Sache. Dafür auch die richtigen (nachhaltigen) Materialien zu bekommen die Andere. Und oft auch eine große Herausforderung. Für alle Designer, die im Bereich Möbeldesign, Möbelaccessoires oder Inneneinrichtung arbeiten, hat Christain Fischbacher (http://benu.fischbacher.com) aus der Schweiz eine Lösung parat. Super hochwertige und innovative Stoffe zur Weiterverarbeitung aus 100% PET-Flaschen recyceltem Garn. In einem einzigartigen technologischen Prozess wird dieser aus leeren PET Flaschen gewonnen und danach zu hochwertigen Einrichtungsstoffen verwoben.
Die PET-Bezugsstoffe erhalten eine zusätzliche Nano-Ausrüstung, wodurch eine hydrophobe Oberfläche erzeugt wird, welche Flüssigkeiten wie Wasser oder Wein nicht in den Stoff eindringen lässt. Das Verfahren ist nach dem Cradle-to-Cradle-Prinzip mit Silber zertifiziert. (fs)

 

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