Greenhouse by Joost

Pop-up Restaurants sind ja gerade sehr in Mode. Jetzt kommt aus Sydney ein Konzept, dass alles überragt. Greenhouse by Joost (http://greenhousebyjoost.com) ist ein eco-friendly Cafe und Restaurant, dass komplett aus recyceltem Material gebaut ist. Nicht nur das: Der gesamte Müll, der anfällt, wird wiederverwertet, Kräuter und Salat werden auf dem Dach angebaut und ein Generator wird mit Küchenöl betrieben. Die Menükarte besteht aus frischem Brot, selbstgemachter Pasta und Pizza, Säfte sind alle frisch gepresst und sogar Yogurt und Butter werden selbstgemacht. Ein wirklich ganzheitliches Konzept! Und der Clou: Der Visionär und Architekt Joost Bakker will mit seinem Pop-up-Restaurant um die Welt touren und auch in BERLIN seine Container aufschlagen. (fs)


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0703 Korrekt würzen


Spice for Life (http://spiceforlife.de), so heißt eine Berliner Marke für feine Gewürze aus aller Welt, die aus zertifiziert ökologischem Landbau und fairem Handel stammen. Das Unternehmen will die Lebensqualität der Kleinbauern in den Anbauregionen verbessern. Beispielsweise fließen die Erlöse der Pfefferernte in ein Projekt in der südwest-indischen Region Kerala, wo sie zum Beispiel für Krankenstationen oder Bildungseinrichtungen genutzt werden. Spice for Life versteht ihre Handelsbeziehungen als nachhaltige Hilfe zur Selbsthilfe.
Das Verpackungsdesign macht deutlich, dass die Produkte auch den Anspruch erheben, die Lebensqualität des hiesigen Gourmets zu verbessern. Eine Neuinterpretation des Wappens visualisiert auf moderne Weise die Liebe für Tradition – die Gewürze werden zumeist mit traditionellen Erntemethoden schonend verarbeitet. Die Farbpalette der Etiketten ist fein nuanciert auf die jeweiligen Gewürze abgestimmt. Diese Dosen braucht garantiert keiner im Schrank zu verstecken. (na)

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0603 Cool Sneakers

Aus Amsterdam kommt die neue Sneakermarke Oat (http://www.oatshoes.com), die nicht nur stylisch aussieht, sondern auch aus vollständig biologisch abbaubaren Materialien besteht. Wie so oft kommen diese Innovationen nicht von den großen Produzenten, sondern von wagemutigen jungen Leuten, die bessere Produkte für Mensch und Umwelt herstellen wollen. Hinter der Idee steht die Mission der Gründer Christiaan Maats und Dirk-Jan Oudshoorn, Mode stärker in Einklang mit der Umwelt auszurichten. Das hat die Modeindustrie auch dringend nötig und jede Initiative ist sehr willkommen. Leider gibt es die Schuhe in Deutschland noch nicht zu kaufen. (fs)

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0503 Second Life



Was passiert eigentlich mit den Unmengen ausgedienter Skateboards? Die meisten landen wahrscheinlich immer noch auf dem Müll. Einigen auserwählten ist aber ein zweites, stylisches Leben beschert. Das Label Skate Study House (www.skatestudyhouse.com) kauft sie auf und baut daraus Möbel im Stil der Eames-Ära. Wie man unschwer errät, lehnt sich der Name denn auch an das Case Study House-Programm (1945-1966) an, an dem unter anderem Richard Neutra, Eero Saarinen und Charles und Ray Eames beteiligt waren. Skate Study House nutzt das bereits für die Skateboards gerundete Schichtholz und verpasst dabei Designklassikern wie dem  Lounge Chair ein ironisches Update.  (na)

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0403 Gutes Gewissen

bett

Die Marke DucDuc (http://ducducnyc.com) aus New York stellt Möbel für Kinder und Jugendliche her, deren Design garantiert auch Eltern anspricht, die bisher nicht im Öko-Segment gesucht haben. Das Unternehmen verzichtet auf MDF, verwendet Hartholz aus nachhaltiger Forstwirtschaft und wasser-basierte Lacke. Die Möbel werden in der eigenen Fabrik in den USA hergestellt, wobei die Produktionsprozesse auf die Reduktion von Müll und Energieaufwand ausgelegt sind. DucDuc interpretiert Nachhaltigkeit aber auch in sozialer Hinsicht. Die Marke kooperiert mit dem Business Council for Peace (www.bpeace.org) einer Organisation, die Frauen in Krisenregionen hilft. In diesem Zusammenhang unterstützte das Unternehmen beispielsweise eine Möbelherstellerin aus Afghanistan, sowohl finanziell als auch durch ihr Knowhow. (na)

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0303 People Towels


Die Initiative People Towels (http://www.peopletowels.com) aus den USA möchte auf den großen Impact von Papiertüchern aufmerksam machen. Immerhin werden für die Produktion von einer Tonne Küchentüchern 17 Bäume gefällt und 75 Tonnen Wasser verbraucht und das bei einem Verbrauch von 3000(!) Tonnen Küchentüchern täglich allein in den USA. People Towels bietet als Alternative Handtücher aus 100% organischer Baumwolle, die mit schönen Grafiken bedruckt sind (natürlich wiederverwertbar und recycelbar). Darüber hinaus werden kleine Designwettbewerbe für neue Motive durchgeführt. Die Idee basiert auf einer ungewöhnlichen Tradition aus Japan, dass jeder sein eigenes Handtuch mit sich trägt, weil es in der Öffentlichkeit keine Papiertücher oder Servietten gibt. Die Japaner sind ja dafür bekannt, dass sie viel besser mit Ressourcen umzugehen verstehen, als die restlichen Industrieländer. Der Ressourcenverbrauch in Japan ist im Durchschnitt um 50% (!) geringer als in den übrigen Industrieländern. (fs)

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0203 Feine Wegwerfware


Picnic und Parties ohne Plastik: das japanische Unternehmen Wasara (www.wasara.jp) bietet biologisch abbaubares Einweg-Geschirr. Die Teller und Trinkgefäße bestehen aus Fasern schnell nachwachsender Rohstoffe, beispielsweise Bambus, Zuckerrohr und Schilf. Ihr äußerst ästhetisches Design, das eher an feines, kostbares Porzellan denken lässt, steht in spannungsvollem Kontrast zum Wegwerfcharakter des Produkts. (na)

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0103 ecogood


In den Medien erfahren die Menschen immer wieder, dass unser Wohlergehen auf diesem Planeten u.a. von der CO2 Emission abhängt, die wir täglich in die Luft pusten und die die Erde unaufhaltsam aufheizt. Derzeit liegt der durchschnittliche Wert bei ca. 11 Tonnen pro Bundesbürger. Wenn unsere Kinder und zukünftige Generationen noch eine lebenswerte Welt vorfinden sollen, müssen wir den Verbrauch auf ca. 2(!) Tonnen bis 2050 reduzieren, also etwa um ein Fünftel weniger. Ein Berliner Start- up hat sich zum Ziel gesetzt, mit einer innovativen Plattform mehr über dieses Thema zu informieren und konkrete Handlungsanweisungen vorzuschlagen. Ihre Mission: Klimaschutz im Alltag muss Spaß machen und darf nicht aufwendig sein. Das „darf nicht aufwendig sein“ muß bezweifelt werden, weil es eine große Kraftanstrengung brauchen wird, eine High-Carbon-Gesellschaft in eine Low-Carbon-Gesellschaft zu transformieren, aber dennoch ist das Projekt sehr lobens- und begrüßungsswert (http://www.ecogood.de). (fs)

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MÄRZINTERVIEW

Zusätzlich zu aktuellen Beispielen aus der internationalen grünen Wirtschaft, möchten wir jeden Monat Protagonisten und Entrepreneure in einem kurzen Interview vorstellen, die durch Ideen und Tatendrang beitragen, die Welt ein wenig besser zu machen.

Nicole Bednarzyk, Designerin*

BGB: An welchem Projekt arbeitest Du/hast Du gearbeitet?
Nicole Bednarzyk: Seit Oktober 2009 gibt es »schœner.wærs.wenns.schœner.wær« – Laden & Atelier für oekofaires Design am Moritzplatz in Berlin, den Sylke Rademacher und ich gemeinsam gegründet haben. Neben dem Verkauf und der eigenen Entwicklung von nachhaltigen Produkten, die auch ästhetisch überzeugen, sehen wir S.W.W.S.W. auch als Plattform und Netzwerk. Mit dem Blog (seit Januar 2009) und unseren Veranstaltungen informieren wir über unterschiedlichste Aspekte von Nachhaltigkeit & Design, über Kunst, Kultur und soziale Themen, und geben erworbenes Wissen weiter. Das ist unser Projekt, das mich noch viele Jahre begleiten wird. Auch die Produktentwicklung – in Kooperation mit sozialen Einrichtungen und lokalen Unternehmen – soll in nächster Zeit mehr Gewicht bekommen.

BGB: Was macht nachhaltiges Design für Dich aus?
Nicole Bednarzyk: Nachhaltiges Design ist ein Prozess, und die Nachhaltigkeit z.B. eines Produktes kann unterschiedlichste Aspekte haben. Da es kaum ein 100%-iges nachhaltiges Produkt gibt, zeichnet sich nachhaltiges Design vor allen Dingen durch einen effizienten Einsatz von Materialien, Energieaufwand und Ressourcen, durch Langlebigkeit (je nach Anwendungsgebiet), durch soziale/faire Produktion, Reziklierbarkeit und/oder die Verwendung recycelter Materialien und Kompostierbarkeit (je nach Anwendungsgebiet) aus. Darüber hinaus sollte nachhaltiges Design natürlich auch wirtschaftlich sein, ästhetisch überzeugend – kein Modegag, den man morgen nicht mehr sehen kann.

BGB: Welche Rolle wird/soll nachhaltiges Design Deiner Meinung nach in Zukunft spielen?
Nicole Bednarzyk: Jedes Design sollte/muss nachhaltig sein. Designer müssen Fragen nach dem Wie, Weshalb, Warum stellen – sich und anderen, bei der Produktentwicklung genauso wie bei der Stadtplanung. Sich weniger als ausführende „verschönernde“ Kraft, sondern viel mehr als Lebensgestalter und Impulsgeber begreifen. Jeder Designer sollte sich seiner Verantwortung gegenüber Mensch und Umwelt bewusst sein und dementsprechend handeln – und trotzdem Spaß haben.

http://blog.schoener-waers.de/

*Das vorliegende Interview entstammt einem Artikel, der im Rahmen einer Veröffentlichung durch die Hochschule für Wirtschaft und Technik (HTW) im Frühjahr 2011 erscheinen wird.

 

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